Prozess : Stiefvater schwieg zu Missbrauchs-Vorwürfen

Fünf Mal soll sich ein 50-Jähriger aus Lichtenrade an dem Sohn seiner zweiten Ehefrau vergangen haben. Auf die Vorwürfe im Strafprozess ging der Mann aber nicht ein.

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Der Vater wollte ehrenamtlich in einer Schule helfen, dann aber kam Anzeige wegen Missbrauchs. Das führte zur Absage. Fünf Mal soll sich der 50-Jährige aus Lichtenrade an dem Sohn seiner zweiten Ehefrau vergangen haben. Es sei in der Zeit von 2004 bis 2009 in zwei Einfamilienhäusern in Neukölln und Lichtenrade geschehen. 2008 habe er sich zudem vor einer siebenjährigen Freundin seiner leiblichen Tochter entblößt. Drei Monate nach der Scheidung begann der Prozess gegen den heutigen Hafenmeister.

Der Angeklagte beschrieb ausführlich das Auf und Ab in der Ehe und in seinem Berufsleben. Er sprach über Verurteilungen wegen Betruges im Zusammenhang mit kleinen Firmen, die er nicht lange halten konnte, und über den Streit mit der Ex-Frau um das Sorgerecht für die fünf gemeinsamen Kinder. „Sie verbreitet nur Lügen“, sagte der Mann. „Nichts stimmt.“ Sie wolle verhindern, dass er Kontakt zu den Kindern aufnehmen kann. Sie habe sogar behauptet, er hätte versucht, sie zu entführen. Auf die Vorwürfe im Strafprozess ging der Vater aber nicht ein.

Als er heiratete, war der Stiefsohn etwa acht Jahre alt. Angeblich kam es bald danach zum ersten Übergriff. Der Vater habe den Jungen in der Küche sexuell berührt. Als erste Zeugin wurde die Mutter des laut Anklage missbrauchten Mädchens aus seiner damaligen Nachbarschaft gehört. Im Garten des Hauses in Lichtenrade sei der Mann nackt herumgelaufen und habe sich vor den Augen ihres Kindes selbst angefasst, sagte die 40-jährige Frau. Ihre Tochter habe ihr die Szene berichtet. „Sie hat sich geekelt.“ Der Prozess geht Donnerstag weiter.

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