Prozess : Streit um 20 Euro mit Todesfolge - Haft

Nach einem tödlichen Streit um einen 20-Euro-Schein in einem BVG-Bus ist ein 21-jähriger Mann aus Pankow zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 21-Jährige hatte seinen Kontrahenten erstochen.

Kerstin Gehrke

Nach einem tödlichen Streit um einen 20-Euro-Schein in einem BVG-Bus ist ein 21-jähriger Mann aus Pankow zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sprach Nico W. gestern der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Er hatte im Streit um das Geld, das er im Bus verloren hatte, mit einem Messer auf den Finder eingestochen. Daniel S. erlitt einen Stich ins Herz. Der 22-Jährige starb fünf Tage später.

Die jungen Männer waren sich im November 2008 im Bus begegnet. Nico W. wollte zu seiner Großmutter. Weil ihm eine längere Fahrt bevorstand, zog er eine Spielkonsole aus der Tasche. Vermutlich verlor er dabei den Schein. Als er hörte, dass Daniel S. einen anderen Mann fragte, ob dieser Geld verloren habe, meldete er sich als Besitzer. S. habe sich über ihn lustig gemacht, sagte Nico W. An der Haltestelle Gorkistraße in Reinickendorf eskalierte der Streit.

Der Angeklagte, der nach Einschätzung einer Gutachterin kein aggressiver Mensch ist und bis zu jenem Streit für Polizei und Justiz ein unbeschriebenes Blatt war, hatte sich auf Notwehr berufen und auf Freispruch gehofft: „Ich tippte ihn an, da würgte er mich.“ In Panik will W. nach seinem Messer gegriffen haben. Einen massiven Angriff auf den Angeklagten habe jedoch keiner der anderen Fahrgäste beobachtet, hieß es im Urteil.

0 Kommentare

Neuester Kommentar