Prozess : Überraschungsurteil im Prozess um rabiaten Rentner

Ein 74-Jähriger griff eine Frau mit Reizgas an und schlug ihr das Handy aus der Hand. Nun wurden die Ermittlungen gegen die Zahlung eines Schmerzensgelds eingestellt.

Das Landgericht Berlin wies den Rentner an, 300 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zu zahlen. Der Mann war angeklagt, im Januar 2010 einer Frau das Handy geraubt und sie mit Pfefferspray attackiert zu haben, weil sie ihn zuvor fotografiert hatte.

Dem Gericht zufolge war die Anklage „zu Unrecht erhoben“ worden. Allenfalls würde eine Nötigung in Betracht kommen, hieß es. Das Verfahren wurde eingestellt, weil dem Gericht zufolge die „Vorgeschichte“ nicht außer Acht gelassen werden darf.

Nach Angaben des Angeklagten war seiner Lebensgefährtin während eines Besuchs bei der Frau im März 2009 der Wohnungsschlüssel gestohlen worden. Anschließend seien aus seiner Wohnung Bargeld und Wertsachen in Höhe von 110.000 Euro verschwunden, sagte der 74-Jährige. Ein Ermittlungsverfahren gegen die Bekannte wegen des Verdachts des Diebstahls blieb seinen Angaben nach aber erfolglos.

Der Streit sei „völlig aus dem Ruder gelaufen“, sagte die Richterin. Sie äußerte die Hoffnung, dass mit der Einstellung des Verfahrens nunmehr der Angeklagte „seinen Frieden findet“ und zukünftig „die gesetzlichen Grenzen nicht mehr überschreitet“. (dapd)

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