Prozess um Babyleichen : Neuer Prozess gegen Mutter verschoben

Der neue Prozess gegen die Mutter der neun toten Babys von Brieskow-Finkenheerd wird nicht wie geplant am 15. August beginnen. Die Angeklagte will nun doch für ein Gutachten mit einem Sachverständigen sprechen.

Frankfurt (Oder)Die Hauptverhandlung sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden, sagte ein Sprecher des Landgerichts Frankfurt (Oder). Hintergrund sei, dass die Angeklagte nun doch an der Erarbeitung eines neuen Gutachtens mitwirken wolle. Damit seien die drei für August angesetzten Verhandlungstermine zeitlich nicht mehr zu halten.

Zunächst hatte sich die 42-Jährige geweigert, mit dem Sachverständigen zu sprechen. Der Gutachter hätte dann allein seine Eindrücke von der Frau aus dem Prozessverlauf in die Beurteilung einfließen lassen können, sagte der Gerichtssprecher. Die neuen Verhandlungstermine würden festgesetzt, sobald das Gutachten vorliegt.

Erste Tötung aus DDR-Zeiten bereits verjährt

Das Frankfurter Landgericht hatte die Frau im Juni 2006 wegen Totschlags durch Unterlassen in acht Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Sie soll zwischen 1988 und 1998 neun ihrer Babys nach der Geburt getötet haben, der erste Fall aus DDR-Zeiten ist verjährt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im April teilweise auf und verwies das Verfahren zurück an eine andere Kammer des Gerichts. Die Bundesrichter bestätigten zwar den Schuldspruch wegen Totschlags. Die Strafhöhe muss aber neu verhandelt werden. Der BGH zweifelte die Feststellung des Frankfurter Gerichts an, dass bei der Mutter keine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit vorgelegen habe und sie damit für alle Taten voll strafrechtlich verantwortlich sei. (mit ddp)

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