Prozess um Bankbetrug : Gewirr von Scheinfirmen und Konten

Rund 15 Millionen Euro soll eine Gruppe von Betrügern innerhalb weniger Wochen abgezockt haben. Zwei der mutmaßlichen Täter sitzen seit gestern auf der Anklagebank.

Der Schwindel lief per Lastschriftverfahren: Rund 15 Millionen Euro soll eine Gruppe von Betrügern innerhalb weniger Wochen abgezockt haben. Zwei der mutmaßlichen Täter sitzen seit gestern auf der Anklagebank. Die 51 und 41 Jahre alten Männer waren mit internationalem Haftbefehl gesucht und im November letzten Jahres von den thailändischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert worden. Roland W. schwieg vor dem Landgericht, Frank K. legte ein umfassendes Geständnis ab.

Die mutmaßlichen Betrüger operierten den Ermittlungen zufolge mit einem schwer durchschaubaren Gewirr von Scheinfirmen und diversen Konten. Ein Komplize der Angeklagten soll als Vorstandsvorsitzender einer Firma 2008 bei einer Kreditbank in Brandenburg ein Geschäftskonto eröffnet haben. Im elektronischen Verfahren wurden laut Anklage schließlich rund 4000 fingierte Lastschriften eingezogen und zeitnah auf andere Konten weitergeleitet.

Der Großteil des Geldes konnte zurückgebucht oder von den Ermittlern sichergestellt werden. Der Schaden wird mit knapp zwei Millionen Euro beziffert. Frank K. sagte, er sei für „buchhalterische Aufgaben“ zuständig gewesen. Ursprünglich sei aber „nichts Kriminelles“ geplant gewesen. Sie hätten eigentlich ins Immobiliengeschäft einsteigen wollen. Der Prozess wird Freitag fortgesetzt. (K.G.)

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