Prozess : Zahnarzt vergriff sich an Praktikantin

Die 16-jährige Praktikantin hielt es nur zwei Wochen aus. „Ich bin aus seiner Praxis raus und direkt zur Polizei gegangen“, sagte sie im Prozess gegen einen Zahnarzt. Der 62-Jährige steht wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau und sexuellen Übergriffen auf zwei jugendliche Mitarbeiterinnen vor Gericht.

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„Er wollte mich küssen, hat mich auf seinen Schoß gerissen und sexuell berührt“, erklärte die damalige Praktikantin.

Der Zahnarzt mit Praxis in Kreuzberg ließ seinen Verteidiger eine Erklärung vortragen. „Mein Mandant sagt, es ist seine Art, jemanden in die Arme zu nehmen, herzlich zu sein, auch auf die Wange zu küssen.“ Er bestreite „die Erheblichkeit der Berührungen“. Er sei wegen gesundheitlicher Probleme zu so etwas gar nicht in der Lage. Nie habe er die Jugendlichen sexuell bedrängen wollen. Wenn sie es so massiv empfunden hätten, bedauere er das außerordentlich.

Die mutmaßlichen Taten liegen lange zurück. Ende 2004 soll er seine damalige Ehefrau mehrfach zum Sex gezwungen haben. Sie hatte ihn nach kurzer Ehe verlassen. Er reichte die Scheidung ein. Sie zeigte ihn an. „Sie erhielt dadurch ihre Aufenthaltsbewilligung“, hieß es in der Erklärung des Zahnarztes. Im Sommer 2005 gingen dann seine jugendlichen Mitarbeiterinnen zur Polizei.

„In Gegenwart der Patienten machte er es nicht, meistens in der Küche oder im Büro“, sagte die damalige Praktikantin, heute 21 Jahre alt. Ihr Vorgesetzter sei immer zudringlicher geworden. „Habt euch doch nicht so, ihr seid doch meine Schätze“, habe er gesagt und gedroht, im Fall einer Anzeige würde ihnen etwas passieren. Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

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