Prozess : Zwei Brüder wegen Mordes vor Gericht

Der Rentner wehrte sich mit aller Kraft. Zwei Angreifer aber ließen ihm keine Chance. Aus Sicht der Ermittler war es ein Mord aus Habgier.

 Nach dem Verbrechen in der Nacht zum 3. September vorigen Jahres in Kreuzberg müssen sich seit gestern zwei Brüder vor dem Landgericht verantworten. Die 33 und 39 Jahre alten Männer sollen den 65-jährigen Mann massiv geschlagen haben. Laut Anklage soll dann einer der beiden das Opfer mit Zustimmung des anderen erwürgt haben. Mit Geld und Schmuck im Wert von rund 6000 Euro seien sie geflohen.

Jozef S., der ältere Bruder, bestätigte, dass er in jener Nacht bei Lutz F. am Paul-Lincke-Ufer war. Sie seien schließlich gut befreundet gewesen. Er und der Rentner hätten gezecht und Musik gehört. „Wir waren fröhlich und sehr betrunken“, sagte der Angeklagte. Plötzlich aber sei ihm sein Freund „an die Wäsche gegangen“. Er habe das abgewehrt, sei kurz darauf wohl eingeschlafen. „Was dann geschah, weiß ich nicht“, beteuerte der Angeklagte. Später sei sein Bruder gekommen. Da habe er dann den Rentner am Boden liegen sehen. „Ich dachte, er ist benommen und schläft.“

Ein Mordkomplott zur Tilgung von Schulden – das könnte es aus Sicht der Anklage gewesen sein. Schließlich hatte der ältere Bruder kurz nach dem Tod von Lutz F. 1500 Euro für Stromschulden hingeblättert. Jozef S. dagegen sagte, er habe sich das Geld erarbeitet – zum Beispiel auf dem Flohmarkt. An einen gewaltsamen Übergriff auf den Rentner jedenfalls könne er sich nicht erinnern. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.K.G.

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