Prozessbeginn : 68-Jähriger wegen Erpressung vor Gericht

Räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung: So lautet die Anklage der Berliner Staatsanwaltschaft gegen einen 68-jährigen Italiener. Er soll mit seinem Bruder den Inhaber eines Cafés in Berlin Hellersdorf beraubt und ihn anschließend gefesselt haben.

Ein in Chemnitz lebender Italiener muss sich seit Montag wegen räuberischer Erpressung eines Landsmannes und Freiheitsberaubung vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem 68-jährigen Rentner wird vorgeworfen, gemeinsam mit seinem Bruder im August 2003 den Inhaber eines Cafés in Hellersdorf mit einer Waffe zum Öffnen des Tresors genötigt und daraus 91.000 Euro geraubt zu haben. Anschließend sollen sie den Landsmann gefesselt und geknebelt westlich von Berlin ausgesetzt haben.

Vor Gericht hat der Angeklagte den Vorwurf bestritten. Seinen Angaben nach war sein Bruder aus Neapel nach Berlin gekommen, um an das spätere Opfer Goldmünzen zu verkaufen. Er habe seinen Bruder nur begleitet, aber mit dem Geschäft nichts zu tun gehabt, sagte er. Die Münzen habe sein Bruder nach der Prüfung beim Juwelier an den Landsmann übergeben und dafür von diesem ein "Päckchen mit 500-Euro-Scheinen" erhalten. Wie viel das war, wisse er nicht, sagte der 68-Jährige. Er habe auch keine Waffe bei seinem Bruder gesehen. Der Geschädigte war als Zeuge nicht erschienen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (tbe/ddp)

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