Prozessbeginn : Brüder wegen Überfall-Serie vor Gericht

Insgesamt neun Berliner Supermärkte sollen zwei Brüder zwischen Februar 2009 und Oktober 2010 überfallen haben und dabei mitunter sehr brutal vorgegangen sein. Ab dem heutigen Dienstag stehen sie nun vor Gericht.

Zwei Brüder müssen sich seit Dienstag wegen einer Serie von Überfällen auf Supermärkte vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen wird räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zwischen Februar 2009 und Oktober 2010 sollen die Männer im Alter von 19 und 23 Jahren in Berlin neun Einkaufsmärkte überfallen und dabei rund 30.700 Euro erbeutet haben.

Vorgegangen wurde immer nach dem gleichen Muster. Nach Ladenschluss sollen die Angeklagten den Mitarbeitern am Ausgang aufgelauert oder sich über eine Laderampe Zutritt zum Geschäft verschafft haben. Dann sollen die mit einem Tuch maskierten und mit Pistole oder Messer bewaffneten Geschwister die Angestellten bedroht und zum Öffnen des Tresors gezwungen haben.
In einigen Fällen wurden die Opfer geschlagen und mit Kabelbindern gefesselt. So erlitt ein Angestellter durch einen Schlag mit der Waffe auf den Kopf eine blutende Platzwunde. Andere Mitarbeiter sollen infolge des Überfalls bis heute unter Schlafstörungen leiden.

Zu Prozessbeginn legte der ältere Bruder ein Geständnis ab. Der 23-Jährige gab zu, aus Geldnot seinen Bruder zu den Überfällen überredet zu haben. „Er hat mir früher schon alles nachgemacht. Es war klar, dass er mich unterstützt“, sagte der Angeklagte. Es tue ihm leid, dass er seinen Bruder damit „ins Gefängnis“ gebracht habe.

Er habe aber nicht mehr weiter gewusst, sagte der 23-Jährige weiter. Seinen Angaben nach drohte ihm der Rausschmiss aus der Wohnung, weil er Mietschulden hatte. Den Angaben nach war er für eine Immobilienfirma als Außendienstmitarbeiter tätig, die ihn aber nicht bezahlt habe.

Der Prozess wird am Donnerstag (10. Februar) fortgesetzt. (dapd)

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