Prozessbeginn : Tödlicher Streit um Bademüll

Ein 17-Jähriger muss sich vor dem Berliner Landgericht wegen heimtückischen Mordes verantworten. Ihm wird vorgeworfen, einen 23-Jährigen in Tegel erstochen zu haben. Vorausgegangen war ein Streit um liegengelassenen Müll.

BerlinDem Jugendlichen wird vorgeworfen, im Juni dieses Jahres an der Tegeler Badestelle "Im Saatwinkel" einen 23 Jahre alten Badegast niedergestochen zu haben. Das Opfer verblutete. Mitangeklagt sind drei 17- bis 19-jährige Freunde, die an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein sollen. Sie stehen wegen Körperverletzung vor Gericht.

Der 23 Jahre alte Elektriker wurde laut Anklage von hinten angegriffen, als er mit einem 19-jährigen Mitangeklagten am Boden rang. Er starb an den Folgen eines Lungenstichs. Der Mann war einem 43-jährigen Familienvater zu Hilfe geeilt, der zahlreiche Prellungen durch Faust- und Stockschläge erlitt.

Der Hauptangeklagte wollte sich zu Prozessbeginn nicht äußern. Zwei 17- und 18-jährige Mitangeklagte gaben zu, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein. Ihren Angaben nach hatte der Hauptangeklagte später geäußert, den 23-Jährigen "abgestochen" und ihnen damit "das Leben gerettet" zu haben.

Nach Angaben des 18-Jährigen war er mit dem Familienvater in Streit geraten, weil dieser ihn aufgefordert hatte, beim Verlassen der Badestelle "seinen Müll mitzunehmen". Nach "gegenseitigen Beschimpfungen" sei der Streit eskaliert. Er habe mit einem Stock auf den 43-Jährigen eingeschlagen, weil dieser seinen 17-jährigen Freund angegriffen habe. Der 17-Jährige räumte ein, das spätere Opfer geboxt zu haben. Der Prozess wird nächste Woche Donnerstag fortgesetzt. (ctr/ddp)

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