Prozessbeginn : Vier Männer nach Mordanschlag vor Gericht

Um einen Konkurrenten für ein Bauprojekt auszuschalten, soll ein 47-Jähriger im Mai einen Mordanschlag in Auftrag gegeben haben. Das Opfer überlebte die Schüsse in Halensee nur mit Glück. Nun müssen sich vier Männer vor dem Landgericht verantworten.

Den zwischen 20 und 47 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, einen Mordanschlag auf einen 52-jährigen Geschäftsmann in Berlin-Halensee geplant und verübt zu haben. Der Anklage nach hatte der 47-Jährige die Mitangeklagten dazu angestiftet, den Konkurrenten für die Projektleitung eines Bauobjekts im sächsischen Pirna auszuschalten. Am 11. Mai dieses Jahres soll der 35-jährige Angeklagte dann aus einem parkenden Mercedes heraus mit dem Gewehr zweimal auf den Bauunternehmer geschossen haben. Fahrer und Beifahrer im Wagen sollen die beiden 20-jährigen Mitangeklagten gewesen sein.

Die erste Kugel traf den Geschäftsmann an der linken Brust, blieb aber in einem „dicken Bündel“ aus Geldscheinen und Kreditkarten stecken. Die zweite Kugel habe den Mantelkragen durchschlagen und nur knapp den Hals des Opfers verfehlt, heißt es in der Anklage. Der Geschäftsmann kam mit Rippenschmerzen und Hämatomen davon. Der Anklage nach waren dem Auftragskiller 1.000 Euro und den Mitangeklagten bis zu 300 Euro als Lohn versprochen worden. 

Zu Prozessbeginn wollte sich nur ein 35-jährige Angeklagter äußern. Seinen Angaben nach hatte ihn der 47-Jährige am Morgen des 11. Mai von einer Raststätte abgeholt, um ihm einen Job auf einer Baustelle zu verschaffen. Nach der Ankunft sei der Mitangeklagte aber verschwunden, sagte er. Ein Bekannter, von dem er nur einen Spitznamen kenne, sei dann erschienen und habe ihn aufgefordert, den Bauunternehmer „zu erschrecken“. Dabei sollte er mit „dem Luftgewehr zur Seite schießen“ und darauf achten, dass der Mann „das Gewehr sieht und Angst bekommt“. Er habe sich dann hinter die beiden 20-jährigen Mitangeklagten ins Auto gesetzt, wo das Gewehr lag. Als der Geschäftsmann vor Ort erschien, habe er zweimal daneben geschossen, sagte er. Die 1.000 Euro, die er später von dem 47-Jährigen bekam, waren nach Aussage des 35-Jährigen eine „Vorauszahlung“ für seinen Job auf der Baustelle gewesen. Während der 47-jährige Angeklagte keine Angaben machen will, haben die jüngeren Mitangeklagten eine Aussage für den nächsten Verhandlungstag angekündigt.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (dapd)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben