Räumung im Februar : Justiz reagiert schnell auf Liebig-14-Krawalle

Nur sechseinhalb Wochen nach der Räumung des besetzten Hauses in der Liebigstraße 14 hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen neun mutmaßliche Randalierer erhoben. Der erste Prozess soll am Montag beginnen.

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Modeläden rund um den Hackeschen Markt wurden in der Nacht zu Samstag zur Zielscheibe offenbar linksextremistischer Sachbeschädiger. Hier wird das Scherbengericht samt Pflasterstein von einer Passantin stilvoll begutachtet.Alle Bilder anzeigen
Foto: Björn Kietzmann
06.02.2011 16:20Modeläden rund um den Hackeschen Markt wurden in der Nacht zu Samstag zur Zielscheibe offenbar linksextremistischer...

Das juristische Aufräumen folgt schnell: Nur sechseinhalb Wochen nach der Räumung der Liebigstraße 14 und den anschließenden Krawallen hat die Staatsanwaltschaft bereits neun Anklagen gegen mutmaßliche Randalierer erhoben. Zum ersten Prozess soll es am Montag kommen, teilte am Donnerstag ein Justizsprecher mit.

Die Polizei hatte das linksalternative Wohnprojekt in Friedrichshain Anfang Februar mit einem Großaufgebot geräumt. Fast 2500 Beamte waren im Einsatz. Bei anschließenden Kundgebungen gegen die Räumung hinterließen Randalierer eine Schneise der Zerstörung. Bei den Krawallen sind 61 Polizisten leicht verletzt worden. 82 Verdächtige wurden vorläufig festgenommen. Gegen neun Männer erwirkte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl, acht von ihnen wurden aber zugleich von Untersuchungshaft verschont.

Räumung der Liebigstraße 14
Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die Geschichte dieser wahrlich bewegten Tage zusammengefasst - in Bildern natürlich.Weitere Bilder anzeigen
1 von 53Foto: dpa
02.02.2012 13:22Die "Liebig 14" - Am 2. Februar 2011 wurde das links-alternative Wohnprojekt in Berlin-Friedrichshain geräumt. Wir haben die...

Knapp drei Wochen befand sich ein 36-jähriger Brite in Haft, der keinen festen Wohnsitz hatte. Graham B. soll am Abend des 2. Februar an der Warschauer Straße einen Stein auf einen Polizisten geworfen haben. Der Beamte sei am Rücken getroffen, aufgrund seiner Schutzkleidung jedoch nicht verletzt worden. Bei der Festnahme habe B. um sich geschlagen. Ihm wird versuchte gefährliche Körperverletzung sowie Widerstand zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft hat bislang zudem Anklagen gegen acht 22- bis 27-Jährige erhoben. Ihnen wird zumeist Landfriedensbruch vorgeworfen.

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