Raub : Brutaler Bandenüberfall auf Kinder in Tegel

Eine Jugendbande hat in der Berliner Straße am Montagabend zwei Kinder mit Schlägen und Tritten traktiert, weil sie ihre Handys nicht herauszurücken wollten. Zu den fünf Tätern gehörte auch ein Mädchen.

Nach der Weigerung, sein Handy herauszugeben, wurde zunächst ein Elfjähriger mehrfach geohrfeigt. Ein 13-Jähriger bekam Faustschläge ins Gesicht, wurde zu Boden gestoßen und gegen den Oberkörper getreten. Er konnte die Polizei alarmieren.

Polizeibeamte nahmen die Jungen im Alter von 11, 12, 13 und 15 Jahren sowie ein 15-jähriges Mädchen in der Nähe des U-Bahnhofs Borsigwerke fest. Sie wurden nach der erkennungsdienstlichen Behandlung ihren Eltern übergeben. Das 13 Jahre alte Opfer wurde leicht verletzt und wollte mit seiner Mutter einen Arzt aufsuchen.

Weitere Fälle im Mai

Schon am 27. Mai hatten zwei Jugendliche in Reinickendorf am Nachmittag einen Mitschüler misshandelt und beraubt. Wie die Polizei mitteilte, alarmierte ein Passant damals die Rettungskräfte, weil ein 14-Jähriger aus einem Gebüsch in der Neubrücker Straße getorkelt und anschließend zusammengebrochen war. Zwei weitere Jugendliche, die ebenfalls aus dem Gebüsch gekommen waren, hätten gesagt, dass der Junge einen Asthmaanfall hat. Danach hätten sie sich entfernt. Die eintreffenden Notärzte nahmen den 14-Jährigen stationär in einer Klinik auf. Bei ihm wurden 1,2 Promille Alkohol im Blut gemessen.

Ermittlungen zufolge haben zwei Klassenkameraden den Jungen während einer S-Bahnfahrt von Heiligensee nach Frohnau unter Androhung von Schlägen genötigt, ein alkoholisches Mixgetränk einzunehmen. Am Ludolfingerplatz hätten die beiden Peiniger auf den geschwächten 14-Jährigen eingeschlagen. Ihrem daraufhin am Boden liegenden Opfer sollen sie gegen den Kopf und in den Rücken getreten und anschließend seinen Kopf gegen einen Laternenmast gestoßen haben. Die Taten hätten die beiden mit einem Handy gefilmt. Anschließend hätten sie den nur noch vage Ansprechbaren in das Gebüsch gezogen und dessen Handy weggenommen.

Zeugenaussagen und Angaben des Verletzten haben die Beamten auf die Spur der beiden 14 und 15 Jahre alten Mitschüler geführt. Laut Polizei hat der Ältere die Tat eingeräumt. Die Ermittler hätten auch die Videoszenen auf seinem Handy gefunden. Der Jüngere streite eine Tatbeteiligung jedoch ab.

Nur einen Tag zuvor bereits ein ähnlicher Fall

Erst am Montag hatten zwei 14- und 15-jährige Jungen einen 13-Jährigen im Märkischen Viertel misshandelt und beraubt. Die beiden Jungen hatten ihr Opfer gegen 16 Uhr am Wilhelmsruher Damm im Gleisbett der Heidekrautbahn in ein Gebüsch gezerrt und ihn zunächst mit Stöcken geschlagen und mit Füßen getreten. Nachdem sie dem Kind dessen Handy, Mütze und Kopfhörer abgenommen hatten, haben sie nach Angaben der Polizei brennende Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt. Der Ermittlungsrichter hat sie bereits am Mittwoch nach dem Jugendgerichtsgesetz in einem geschlossenen Heim unterbringen lassen.

Obwohl die Jugendkriminalität allgemein abnimmt, stieg im vorigen Jahr die Zahl der weiblichen Tatverdächtigen. Knapp 8900 der insgesamt 31.861 Kriminellen unter 21 Jahren waren Mädchen. Im Jahr 2006 waren es rund 6500. (ho/ddp/Tsp)

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