Update

Rauchvergiftung : Drei Brandtote in drei Tagen: Frau erstickte in Wohnung

Am späten Mittwochabend hat es in der Graefestraße in Kreuzberg gebrannt. Bei dem Schwelbrand kam eine Frau ums Leben. Die 45-Jährige ist schon die dritte Feuertote in diesem Jahr.

von
Tödliches Feuer. Als die Rettungskräfte in der Kreuzberger Graefestraße eintrafen, war es schon zu spät: Die 45-jährige Mieterin erlag einer Rauchgasvergiftung.
Tödliches Feuer. Als die Rettungskräfte in der Kreuzberger Graefestraße eintrafen, war es schon zu spät: Die 45-jährige Mieterin...Foto: Andreas Meyer

Oft ist es nur ein kleiner Schwelbrand, der Sachschaden meist gering – und dennoch gelten gerade diese kleinen Feuer als besonders gefährlich. Wie der Brand am späten Mittwochabend in Kreuzberg: Dort ist eine 45-jährige Frau in ihrer Wohnung in der Graefestraße ums Leben gekommen. Sie erstickte offenbar am giftigen Qualm. Auch hier war es ein Schwelbrand, zu dem die Feuerwehr gerufen worden war. Nachdem die Retter die Tür aufgebrochen hatten, entdeckten sie die Mieterin leblos im Flur.

„Es reichen schon wenige Atemzüge giftigen Qualms aus, um bewusstlos zu werden und zu ersticken“, beschreibt ein Feuerwehrsprecher. „Das Feuer ist häufig klein und schnell zu löschen, doch die Folgen sind oftmals fatal.“

Die 45-Jährige ist der dritte Mensch in diesem Jahr, der bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen ist. Alle starben in dieser Woche. Grundsätzlich zählt die Feuerwehr in den Wintermonaten die meisten tödlichen Brände. Die Leute benutzen in den kalten Monaten häufig elektrische Heizlüfter oder ähnliche Geräte, die mitunter nicht mehr richtig funktionieren oder „unsachgemäß“ gehandhabt würden. „Außerdem ist Winterzeit Kerzenzeit. Auch hier entstehen leicht Brände, die tödliche Folgen haben können“, hieß es. Auch Asche aus Kachelöfen sei mitunter der Auslöser. So auch im Fall der toten Mieterin in der Graefestraße. Hier spricht nach ersten Erkenntnissen vieles dafür, dass es Ofenasche war, die zu dem Schwelbrand geführt hat. Zudem soll die Wohnung der Frau „vermüllt“ gewesen sein, hieß es bei der Polizei. Die Glut konnte schnell das umherstehende Gerümpel entflammen.

Dieser Winter scheint allerdings besonders viele Opfer zu fordern: Im vergangenen Dezember starben sieben Menschen bei Bränden, im November kein einziger. Im Dezember 2009 gab es lediglich drei Tote nach Wohnungsbränden, im darauffolgenden Januar insgesamt vier. Im gesamten vorigen Jahr zählte die Feuerwehr 22 Brandtote, 2009 und 2008 waren es jeweils 27.

Auch am vergangenen Mittwochvormittag war die Feuerwehr zu einem Brand in Neukölln gerufen worden. Als die Einsatzkräfte in der Wohnung in der Emser Straße eingetroffen waren, fanden sie einen toten Mann im Badezimmer. Ob es der Mieter der Wohnung war, ist noch nicht geklärt, da die Identität des Mannes noch nicht bekannt ist. Er wurde am Donnerstag in der Gerichtsmedizin untersucht. Hier werde auch geklärt, ob tatsächlich das Feuer auch die Todesursache war. Bei der 43-Jährigen, die am Montag bei einem Brand in ihrer Wohnung in der Weddinger Togostraße ums Leben kam, scheint mittlerweile klar zu sein, dass sie am giftigen Rauchgas erstickt ist. Ursache sei „fahrlässige Brandstiftung“, hieß es bei der Polizei. Wie es genau zu dem Feuer kam, sei allerdings noch unklar. Um sich vor den Folgen der gefährlichen Schwelbrände zu schützen, rät die Feuerwehr Mietern immer wieder, Rauchmelder an zentralen Stellen in der Wohnung anzubringen. Denn Rauchmelder können Leben retten, heißt es.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben