Razzia in Café-Casinos : Polizei beschlagnahmt Spielautomaten

Razzia in sogenannten "Café-Casinos" in Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Bei den Kontrollen wurden am Montag zahlreiche Verstöße gegen die Abgaben- und Spielverordnung sowie gegen den Jugendschutz geahndet.

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Ein Polizeiwagen im Einsatz. (Symbolbild)
Ein Polizeiwagen im Einsatz. (Symbolbild)Foto: dpa/Archiv

Mehr als zwanzig Polizisten und ebenso viele Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Steuerfahndung haben am Montagnachmittag unangemeldet "Café-Casinos" in Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain überprüft. Das sind Gaststätten mit einer begrenzten Zahl von Spielautomaten. Maximal dürfen in deren Räumen nur drei solcher Spielgeräte stehen, deshalb fallen diese Lokale nicht unter das Spielhallengesetz. Offenbar ist aber gerade dort die Versuchung groß, entsprechende Auflagen zu umgehen. Laut Polizei wurden bereits in der Vergangenheit in Berliner Café-Casinos vielfältige Verstöße festgestellt. Das war der Anlass für die erneute Razzia am Montag.

Jugendliche saßen vor Spielautomaten, obwohl das verboten ist

Dabei leiteten die Beamten sechs Ermittlungsverfahren "wegen illegalen Glücksspieles" ein. Konkreter Anlass dafür waren meist zu viele aufgestellte Automaten. Außerdem boten einige Lokale online-Wetten an, für die Café-Casinos gar keine Konzession erhalten können. Pferderennen-Wetten beispielsweise sind den speziellen Lokalen für Sport-Wetten vorbehalten.

Darüber hinaus wurden bei der Razzia insgesamt 93 spiel- und jugendschutzrechtliche Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In den meisten Fällen saßen Jugendliche vor den Spielgeräten, obwohl dies erst ab 18 Jahren erlaubt ist.

In einigen Casinos fehlte auch ein Schalter am Tresen, mit dem sich Spielautomaten aus der Ferne abstellen lassen, falls sich ein Jugendlicher daran setzt. "Dieser Spezialschalter ist vorgeschrieben", erläutert ein Polizeisprecher. Wegen besonders schwerer Verstöße wurde ein Lokal in der Neuköllner Donaustraße sofort geschlossen, in anderen Casinos beschlagnahmten oder versiegelten die Prüfer insgesamt neun Geldspielgeräte.

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