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Razzia in Neonazi-Musikszene : Polizei stellt tausende CDs mit rechtsextremem Inhalt sicher

Der Polizei ist ein Schlag gegen die rechtsextreme Musikszene gelungen. Tausende CDs wurden beschlagnahmt. Im Visier stehen drei Verdächtige - darunter der bekannte rechte Sänger Peter B.

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Rund 120 Polizeibeamte, darunter auch Spezialkräfte des Mobilen Einsatzkommandos, waren bei der Razzia am Dienstagnachmittag beteiligt. Sie durchsuchten die Wohnung des rechtsextremen Musikers Peter B. (43) und seiner Lebensgefährtin Daniela M. (38) in Kreuzberg sowie zwei weitere Wohnungen, Keller- und Gewerberäume und ein CD-Depot im brandenburgischen Velten. Das Paar wird zusammen mit dem 23-jährigen Robert W. wird der Volksverhetzung beschuldigt. Sie sollen strafrechtlich relevante Tonträger mit rechtsextremen Texten produziert und kommerziell verbreitet haben.

Es wurden mehrere tausend versandfertige CDs der Band „Deutsch Stolz Treue“ (DST), die sich in „XXX“ umbenannt hat, sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Polizisten ein Luftdruckgewehr ohne Zulassungszeichen, Computer und Datenträger. Die Auswertung der Beweismittel und die Ermittlungen dauern an.

Für den Staatsschutz ist der Rechtsrocker B. kein Unbekannter. Er und seine Bandkollegen standen schon mehrfach wegen Volksverhetzung vor Gericht. Auf einer CD fordert die  Gruppe in einem Lied über den Hitlerputsch von 1923 zum Weiterführen der damaligen NSDAP-Bestrebungen auf. Ein anderer Titel macht sich über den Holocaust lustig und bezeichnet diesen als Phantasie. In einem weiteren Stück werden Polizisten beschimpft und bedroht. Auch antisemitische Hetze verbreitet die Band. „Jüdische Brigaden, Racheengel mit irrem Ziel, hier kommt der Deutschen Rache, euer Tod ist beschlossene Sache“, singen sie in einem ihrer Lieder.

„Deutsch Stolz Treu“ wurde 1994 gegründet und gehört zu den Rechtsrock-Bands mit den aggressivsten Texten in Deutschland. Fast alle Veröffentlichungen sind indiziert und darüber hinaus auch strafrechtlich relevant. Der Schlagzeuger der Gruppe, der auch in der Berliner Naziband „Spreegeschwader“ spielt wurde 2007 wegen eines Raubüberfalls zu drei Jahren Haft verurteilt.



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