Rechtsextremismus : Neonazis attackierten Antifa-Mitglieder

Bei der jährlichen "Silvio-Meier-Demo" politischer Linken haben im November 2005 zwei Neonazis Teilnehmer der Demonstration attackiert. Nun müssen sie sich vor Gericht verantworten.

BerlinZwei mutmaßliche Neonazis müssen sich seit Mittwoch wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung
vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Die 20- und 23-jährigen Bauhelfer sollen im November 2005 am Bahnhof Lichtenberg zwei Angehörige der Antifa attackiert haben, die anlässlich des 13. Todestages des von Rechtsextremen erstochen Hausbesetzers Silvo Maier Flyer und Infomaterial verteilten. Der Angriff erfolgte den Angaben zufolge aus einer Gruppe von rund 15 Mitgliedern der rechten Szene heraus, die sich teils vermummt hatten.

Der Anklage nach wurden die Opfer zunächst mit Flaschen beworfen, wobei ein heute 22-jähriger Student an der Schulter getroffen wurde. Sein Begleiter soll von dem jüngeren Angeklagten mehrere Faustschläge ins Gesicht bekommen haben und mit Reizgas attackiert worden sein. Der mittlerweile 30-Jährige hatte bei dem Angriff eine leichte Hirnerschütterung und Prellungen erlitten.

Belastungen sind eindeutig

Zu Prozessauftakt gab der jüngere Angeklagte an, nicht vor Ort gewesen zu sein und niemanden angegriffen zu haben. Er sei nach dem Fußballtraining sofort zur Wohnung seines Bruders gefahren, sagte er. Der Mitangeklagte wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Vor Gericht wurden beide von den Opfern, die sich als "engagierte Antifaschisten" bezeichneten, belastet.

Sie betonten, dass die Angreifer nicht maskiert gewesen seien und sie daher ihre Gesichter "recht gut" erkennen konnten. Sie gaben an, die Angeklagten zuvor einige Male bei Nazi-Aufmärschen gesehen zu haben. Nach Aussage des 30-Jährigen war er von dem 20-Jährigen mit Fäusten attackiert worden und hatte den 23-Jährigen gesehen, wie er einen Jugendlichen ansprang. Der Prozess wird nächsten Mittwoch fortgesetzt. (mit ddp)

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