Rechtsradikalismus : Brandanschlag auf türkischen Unternehmer

Bei einem Brandanschlag auf das Wohnhaus einer türkischstämmigen Familie am Wochenende, kamen die Bewohner mit dem Schrecken davon. Die Polizei vermutet die Täter in der Neonazi-Szene.

RudowNach einem Anschlag auf ihr Haus lebt eine türkischstämmige Familie jetzt in Angst. Unbekannte hatten am Sonntag früh zwei Brandsätze auf den Balkon am Orchideenweg in Rudow geworfen, von denen einer zündete. Ein Taxifahrer bemerkte die Flammen gegen 3.40 Uhr, weckte den 46-Jährigen Hauseigentümer und rief die Feuerwehr. Bayram Y. konnte die Flammen, die schon auf ein im Garten stehendes Partyzelt übergeschlagen waren, selbst löschen. Die Ermittlungen hat der für politische Delikte zuständige polizeiliche Staatsschutz übernommen. Nicht nur wegen des gestrigen Datums – der Geburtstag von Adolf Hitler – sei ein fremdenfeindlicher Anschlag möglich, hieß es. Bayram Y. ist sich hingegen sicher: "Das war geplant", sagte der Unternehmer. "Wir denken an Rechtsradikale.“Froh ist er, dass seine beiden Töchter in dieser Nacht bei Verwandten waren, ihnen "der Schock erspart blieb".

Vor fünf Jahren hatte Y. das Einfamilienhaus am Orchideenweg gebaut, seit etwa zwei Jahren seien immer wieder NPD-Aufkleber am Briefkasten aufgetaucht, einmal sei auch sein Auto beschmiert worden, berichtete der aus der Türkei stammende Familienvater. Echte Drohungen habe es aber nicht gegeben, sagt Bayram Y. Einen privaten oder geschäftlichen Hintergrund schließt der Inhaber eines Metall verarbeitenden Betriebes aus: "Ich habe keine Feinde." Nach Angaben des Verfassungsschutz gibt es im Neuköllner Ortsteil Rudow eine besonders aktive Neonaziszene.

Hinweise auf die Täter gibt es nicht. Da der zweite Brandsatz nicht gezündet hatte, hoffen die Ermittler auf Fingerabdrücke auf der Flasche "Lausitzer" Bier. Zudem sicherten Ermittler Fußspuren auf dem Eckgrundstück. (Ha)

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