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Reinickendorf : Vier Verletzte durch heißes Aluminium

In einer Fabrik in Reinickendorf sind am Donnerstag vier Menschen durch flüssiges Aluminium verletzt worden. Ein Behälter mit geschmolzenem Aluminium stürzte ab, die umherspritzende heiße Flüssigkeit verletzte die Arbeiter.

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Ein Schwall 200 Grad heißes Aluminium ergoss sich auf den Boden, spritzte wild umher, drang in die Schutzkleider, verletzte einen Arbeiter schwer und drei weitere leicht: Das ist die Bilanz eines ungewöhnlichen Arbeitsunfalles, der sich am Donnerstagnachmittag auf dem Gelände der Berliner Aluminiumwerke GmbH an der Kopenhagener Straße in Reinickendorf ereignete. Aus noch ungeklärter Ursache war ein Behälter mit dem geschmolzenen Metall aus 1,80 Meter Höhe von einem defekten Transportband gestürzt. Das kochende Aluminium sei selbst in die Schutzmasken eingedrungen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei einem der betroffenen Arbeiter verursachte es schwerste Brandverletzungen am Gesicht und am Oberkörper.

Die Feuerwehr rückte mit mehr als 40 Beamten aus, zumal anfangs von einer Explosion oder Verpuffung die Rede war. Die Verletzten wurden von Notarztwagen in die Charité gebracht. Experten der Polizei und des Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und Technische Sicherheit untersuchten die Unglücksstelle in der riesigen Werkshalle.
Die Berliner Aluminiumwerke sind seit 1997 nach ihrem Umzug aus Lichterfelde in dem Reinickendorfer Industriegebiet ansässig. Das Unternehmen stellt vor allem aus Schrott und Legierungszusätzen neue Aluminium-Gussblöcke her. Dazu wird das Altmetall eingeschmolzen und dann in große Formen gekippt, in denen es erstarrt. Die Blöcke werden von den Kunden zu Bändern, Blechen, Platten und Formzuschnitten weiterverarbeitet. Durch Recycling entsteht so wieder ein neuwertiges Produkt.
Der Unfall ereignete sich beim Transport des flüssigen Metalls zu den Formen. Nach ersten Aussagen der insgesamt zehn anwesenden Arbeiter verhedderten sich offenbar mehrere Ketten, an denen der Bottich aufgehängt war und über den Köpfen transportiert wurde. Das Aluminium traf zwar nicht direkt die Arbeiter, schäumte und spritzte aber so heftig umher, dass offenbar selbst die speziellen feuerfesten Arbeitsanzüge keinen ausreichenden Schutz boten. Danach habe es in der Werkshalle ausgesehen „wie nach einem gigantischen Bleigießen“, erzählten Einsatzbeamte. „Überall lagen erkaltete Aluminiumbrocken- und Kugeln herum.“

Die Produktion der Firma wurde nach dem Unfall sofort eingestellt. Ein Vertreter des Unternehmens war Donnerstagabend nicht erreichbar.

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