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Reisebus-Unfall : Berliner Ring nach stundenlanger Sperre wieder frei

Auf der A10 südlich von Berlin ist am Morgen ein polnischer Reisebus verunglückt. Der südliche Berliner Ring war in Fahrtrichtung Frankfurt/Oder erst am Nachmittag wieder frei befahrbar. Das Busunternehmen war erst kürzlich in einen schweren Unfall verwickelt.

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Busunfall auf dem Berliner Ring, auf der A10 bei Niederlehme, Fahrtrichtung Frankfurt/Oder. Ein polnischer Reisebus kam von der Fahrbahn ab und kippte um.
Aus noch ungeklärter Ursache war der Bus bei Niederlehme auf dem südlichen Berliner Ring von der Fahrbahn abgekommen.Foto: dpa

Der doppelstöckige Reisebus war gegen 5 Uhr früh am Sonntag auf gerader Strecke aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts von der Straße abgekommen und in den seitlichen Graben gefahren, dort kippte das Fahrzeug dann um. Elf Menschen wurden schwer verletzt, einer sehr schwer. Insgesamt waren 66 Personen in dem aus Polen stammenden Bus. Sie mussten zum Teil aus dem auf der Fahrerseite liegenden Bus befreit werden, die meisten waren beim Eintreffen der Rettungskräfte jedoch schon selbst aus dem Fahrzeug geklettert. Eine sehr schwer verletzte Person wurde mit einem Hubschrauber ins Unfallkrankenhaus Marzahn geflogen, die anderen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Die Unfallursache ist unklar. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Fahrer eingeschlafen oder abgelenkt war. Die Straße ist am Unfallort schnurgerade und gut ausgebaut. Der Bus kam aus Nordrhein-Westfalen und war auf dem Weg nach Polen. Das Fahrzeug vom Typ Setra wurde von der Polizei sichergestellt, der Fahrtenschreiber wird ausgewertet.

Sindbad - dasselbe Busunternehmen wie beim Unfall von Dresden

Betroffen ist ein Fahrzeug des Unternehmens Sindbad, das im Juli dieses Jahres in einen schrecklichen Unfall mit elf Toten verwickelt war: Damals war ein Sindbad-Bus hinter der Abfahrt Dresden-Neustadt auf einen ukrainischen Reisebus aufgefahren. Der polnische Reisebus kam ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke und raste in den Gegenverkehr, wo er mit einem Kleinbus aus Polen zusammenstieß. In dem Kleinbus starben sieben der neun Insassen. Zudem wurden drei Fahrgäste in dem Reisebus getötet, der sechs Meter tief eine Böschung hinunterstürzte und auf der Seite liegen blieb. Sindbad betreibt ein dichtes Fernbusliniennetz in ganz Europa. "Mit jährlich über einer Million Fahrgästen sind wir in Polen klarer Marktführer unter den Busbeförderern", heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Eine Stellungnahme zum Unfall gab es dort zunächst nicht.

Die A10 war am Sonntag zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau in Fahrtrichtung Frankfurt/Oder bis 11 Uhr für den Verkehr ganz gesperrt, danach zwei der drei Fahrstreifen. Erst am frühen Nachmittag war die Autobahn wieder frei befahrbar. Im Einsatz waren mehr als 100 Helfer von Feuerwehren und Rettungsdiensten aus Brandenburg und Berlin.

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