Rotlichtmilieu : Vier mutmaßliche Zuhälter vor Gericht

Bei einem Streit um die Vorherrschaft im Rotlichtmilieu an der Oranienburger Straße sollen vier Männer einen Boxpromoter überfallen und zusammengeschlagen haben - der Mann gilt als die Nummer eins der Szene.

BerlinUnter verschärften Sicherheitsbedingungen hat am Montag vor dem Amtsgericht Tiergarten ein Prozess gegen vier mutmaßliche Zuhälter begonnen. Den Männern im Alter von 39 und 51 Jahren wird gemeinschaftliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen bei Streitigkeiten im Rotlichtmilieu der Oranienburger Straße im Januar einen Berliner Boxpromoter und drei weitere Männer aus dessen Umfeld überfallen und zusammengeschlagen haben.

Nach Angaben des Staatsanwalts steht der 55-jährige Boxpromoter "in dem Ruf, der Beherrscher der Rotlichtszene" zu sein. Bei dem Streit sei es nicht nur um Geld, sondern auch darum gegangen, "wer künftig die Nummer eins auf der Oranienburger Straße sein werde". Diese Rolle habe der 51-jährige Angeklagte angestrebt. Laut Anklage suchte er den 55-Jährigen in dessen Sportstudio im Friedrichshain auf, als dieser dort allein trainierte. Mit einer Hantel soll der 51-Jährige seinem Opfer auf Handgelenke und Knie geschlagen haben, während die Mitangeklagten den 55-Jährigen traten und schlugen.

Angeklagter wurde angeblich vom Opfer bedroht
 
Als unerwartet ein Bekannter des Opfers im Sportstudio erschien, sei auch dieser zusammengeschlagen worden. Beide Männer wurden wegen ihrer Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Darüber hinaus sollen die vier Angeklagten zwei weitere Männer aus der Szene vor und in einem Lokal in Mitte mit Fäusten attackiert haben.

Vor Gericht wollten die Angeklagten zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen machen. Laut Staatsanwalt hatte der 51-Jährige im Ermittlungsverfahren ausgesagt, dass er aus dem Umfeld des Boxpromoters "mit dem Leben bedroht" worden sei und er sich daher habe "wehren müssen". Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. (kda/ddp)

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