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Rückkehr in die Psychiatrie : Messerangriff: Psychisch Kranke nach Flucht wieder zurück

Die psychisch kranke Frau, die am Dienstag eine Frau und deren Tochter mit Messerstichen schwer verletzt hat, ist nach ihrer Flucht wieder zurück in der Klinik. Sie soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

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Die psychisch kranke Nicole S., die am Dienstag eine 47-jährige Frau in deren Karower Wohnung niedergestochen und die zehnjährige Tochter des Opfers mit einem Messer schwer verletzt haben soll, ist nach vorübergehender Flucht in der Nacht zu Mittwoch wieder in die Psychiatrie des St.Joseph-Krankenhauses zurück gekehrt.

Die Opfer befinden sich weiterhin im Krankenhaus, Lebensgefahr besteht laut Polizei nicht.
Nicole S. war bereits vor der Tat in der psychiatrischen Abteilung des St.Joseph-Krankenhauses in Weißensee untergebracht. Aus Gründen der Schweigepflicht machten die Verantwortlichen der Klinik keine Angaben zu der Patientin. Nach Tagesspiegel-Informationen war die 26-Jährige „zur Behandlung untergebracht“, was bedeutet, dass sie nicht wegen Allgemeingefährlichkeit in der geschlossenen Abteilung untergebracht war – wie etwa Patienten in der Forensik –, sondern nach festen Strukturen mit einem Betreuer an ihrer Seite auf der Station lebte. Wie es ihr gelungen ist, sich aus der Klinik oder während eines begleiteten Ausgangs zu entfernen, war nicht zu erfahren. Es hieß jedoch, von der Frau gehe keine Eigen- oder Fremdgefährdung aus. Dass es dennoch zu der Messerattacke kam, kommentierte die Klinik nicht.

Nicole S. soll das Opfer gekannt haben, weil sie mit dem Sohn der Frau vor etwa sieben Jahren eine Beziehung gehabt haben soll.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wird die Frau demnächst einem Haftrichter vorgeführt. Dieser muss dann entscheiden, ob gegen die Frau ein Haftbefehl verhängt wird oder sie wegen ihrer psychischen Erkrankung weiterhin in der Psychiatrie untergebracht werden muss - diesmal möglicherweise unter anderen Bedingungen, wenn sie doch als Gefahr für andere Menschen eingestuft wird.
Weiterhin flüchtig ist auch der 34-jährige Jaroslaw L., der Anfang Dezember aus dem Maßregelvollzug geflohen war. Der gesuchte Vergewaltiger war nach einer Vollzugslockerung aus einer betreuten Wohnabteilung geflüchtet und hatte dabei ebenfalls eine Frau mit einem Küchenmesser verletzt. Der Pole soll sich nach Osteuropa abgesetzt haben, hieß es in Ermittlerkreisen.

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