Schadensersatz : Prothesenskandal: 7000 Euro für Berliner Patienten

Einem Berliner Patienten hat das Landgericht am Dienstag 7000 Euro Schmerzensgeld für die Implantation eines fehlerhaften Hüftgelenkes zugesprochen.

Dem 61-Jährigen ist nach Auskunft seines Anwaltes Jörg Heynemann im St.-Hedwig-Krankenhaus in Mitte 2003 ein fehlerhaftes Hüftgelenk implantiert worden – das bisher allerdings weder beschädigt noch gebrochen ist. „Dieses Urteil hat gerade deshalb Signalwirkung“, sagte Heynemann dem Tagesspiegel. Das Landgericht erkenne endlich an, dass die Betroffenen in ständiger Angst leben müssten, dass das Implantat brechen könne. „Dabei sollen sich Menschen mit künstlichen Hüften viel bewegen, um die Muskulatur zu stärken“, sagte Heynemann.

Die Anwälte des österreichischen Herstellers Falcon Medical wollen das Urteil anfechten: Falcon hatte das fragliche Modell Ende 2004 vom Markt genommen, nachdem bekannt geworden war, dass die Prothesen durch den Kontakt mit Körperflüssigkeit brüchig werden können. Einige Patienten hatten sich nach Hüftoperationen mit Problemen an das St.-Hedwigs-Krankenhaus gewandt – der jetzt mit Schmerzensgeld bedachte Mann gehört nicht dazu. Ihn hatte die Klinik nach Bekanntwerden der Probleme mit dem Prothesenmodell 2007 angeschrieben. Im vergangenen Jahr forderten Experten eine bessere Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen und Kliniken, um schnell nachvollziehen zu können, welcher Patient welches Implantat bekommen habe. Politiker hatten sich außerdem für ein Prothesenregister stark gemacht – das möglicherweise 2009 eingeführt werden soll. Jedes Jahr werden in Berlin rund 5000 Hüftprothesen eingesetzt.hah

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