Schießerei in Bayreuth : Getöteter Berliner war psychisch krank

Der Berliner, der am Sonntag bei einer Schießerei in Bayreuth zu Tode kam, war psychisch krank. Bei dem Schusswechsel war auch ein Polizist schwer verletzt worden.

BayreuthDer bei einer Schießerei mit Polizisten in Bayreuth am Wochenende getötete Angreifer hat seit Jahren unter paranoider Schizophrenie und Verfolgungswahn gelitten. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, saß der in Berlin geborene Wohnsitzlose 2002 für mehrere Monate in einer geschlossenen Klinik in Sachsen. Zuvor war der 53-Jährige bereits einmal nach einer Bedrohung in Baden-Württemberg in ein Landeskrankenhaus eingewiesen worden.

2006 wurde er zudem in Österreich mit einer selbstgebauten Pistole erwischt. Gegen ihn wurde deshalb ein vorläufiges Waffenbesitzverbot gemäß dem österreichischen Waffengesetz erlassen. Außerdem lief gegen ihn ein Verfahren, weil er im Januar 2007 in einer sächsischen Kfz-Zulassungsstelle laut "Heil Hitler" gerufen hatte.

Der 53-Jährige war am Sonntag von einer Polizeistreife kontrolliert worden. Er hatte sich an einem abgestellten Fahrrad zu schaffen gemacht und lief weg, als die Streife sich näherte. Als die Beamten den Mann aufforderten, stehenzubleiben, drehte er sich um und schoss. Dabei wurde ein 49-jähriger Beamter von mehreren Kugeln getroffen und schwer verletzt. Sein 37 Jahre alter Kollege erwiderte das Feuer.

Obwohl der Angreifer fünfmal in der Herzgegend getroffen wurde, lief er davon. Auch ein sechster Schuss des Polizisten in das Gesäß des Mannes konnte ihn nicht stoppen. Der Angreifer tötete sich laut Obduktion schließlich selbst durch einen Schuss in den Mund. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, gegen den Polizisten kein Verfahren einzuleiten. Der Beamte habe "im Wege der Nothilfe" schießen dürfen.

Die Pistole des Obdachlosen stammte aus einem Einbruch in Itzehoe im Jahr 1985. Er trug noch mehrere Magazine mit Munition bei sich. Bei der Durchsuchung seines Gepäcks, das auf einem zweiten Fahrrad verstaut war, fanden die Beamten zudem eine selbst gebastelte Waffe zum Abschuss von Schrotmunition, eine Schusswaffenattrappe, diverses Einbruchswerkzeug, weitere Munition und etwas Schwarzpulver. (mga/ddp)

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