Schwer beschädigt : Rettungshubschrauber rasiert Schranke

Der Berliner Rettungshubschrauber Christoph 31 ist am Montag bei einem Einsatz in Mitte beschädigt worden. Beim Landen auf einem Parkplatz öffnete sich die Schranke und geriet zwischen die Rotorblätter.

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Landung mit Hindernissen. Der Rettungshubschrauber Christoph 31 sollte einen Notarzt zu einem Arbeitsunfall im Martin-Gropius-Bau bringen. Nachdem die Parkplatzschranke am gegenüberliegenden Abgeordnetenhaus zwischen die Rotorblätter geraten war, konnte die Maschine nicht mehr starten.
Landung mit Hindernissen. Der Rettungshubschrauber Christoph 31 sollte einen Notarzt zu einem Arbeitsunfall im Martin-Gropius-Bau...Foto: Michael Körner

Der Hubschrauber fällt bis auf weiteres wegen des Unfalls aus. Der Pilot wollte die Maschine gegen 11.30 Uhr auf dem Parkplatz des Abgeordnetenhauses landen. Alles klappte bei diesem Einsatz zunächst wie am Schnürchen – wie tausendfach zuvor. Aber als die Maschine schon aufgesetzt hatte, klappte die automatische Schranke des Parkplatzes nach oben, ein Sensor hatte Christoph 31 als Auto identifiziert und aufgemacht. Die Alustange geriet in den Drehkreis des Rotors und wurde schlicht gekappt. Da jedoch auch die Rotorblätter beschädigt wurden, konnte der Hubschrauber nicht mehr starten. Er soll nun von einer Bergungsfirma mit einem Sattelschlepper in die Werkstatt gebracht werden. Carsten Zorger vom ADAC sagte am Nachmittag, dass bereits eine in Halle (Saale) stationierte Ersatzmaschine auf dem Flug nach Berlin sei, die Notfallversorgung sei also gesichert.

Der Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC-135 sollte einen Notarzt zu einem Einsatz im gegenübergelegenen Martin-Gropius-Bau bringen. Dort war ein Mann bei Sanierungsarbeiten aus vier Metern Höhe abgestürzt. Letztlich waren die Verletzungen doch nicht so schwer, der Arbeiter wurde mit Prellungen und Platzwunden von einem Rettungswagen ins Urbankrankenhaus gebracht.
Der Hubschrauber gehört dem ADAC, wird jedoch von der Berliner Feuerwehr wie ein normaler Notarztwagen (NAW) disponiert. In der Leitstelle rechnet ein Computer aus, wer am schnellsten zum Unfallort kommt. Der Hubschrauber startet immer dann, wenn die Anfahrt eines NAW zu lange dauern würde. In der Regel ist er in den Randbezirken im Einsatz. Wenn jedoch andere NAW belegt sind, fliegt Christoph 31 auch im Zentrum. Mit über 2600 Einsätzen in 2010 gehört er nach Angaben der Feuerwehr zu den höchstfrequentierten Rettungshubschraubern der Bundesrepublik. Die Vorgängermaschine war erstmals 1987 in West-Berlin geflogen. Die Crew setzt sich aus drei Besatzungsmitgliedern zusammen – Pilot, Rettungsassistent und Notarzt, der am Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz stationiert ist.

Der zweite Hubschrauber, der wesentlich größere „Christoph Berlin“ (eine fliegende Intensivstation) ist in Marzahn am Unfallkrankenhaus stationiert.

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