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Schwerer Unfall auf Gneisenaustraße : BMW kracht in Kreuzberg gegen Baum - ein Toter

Die Gneisenaustraße in Kreuzberg gilt als Rennstrecke. Bislang wurde dagegen wenig unternommen. Bei einem schweren Autounfall ist dort in der Nacht zum Sonntag ein Mann gestorben.

Ein Rettungswagen in Berlin im Einsatz. (Symbolbild) Foto: picture-alliance/ ZB
Ein Rettungswagen in Berlin im Einsatz. (Symbolbild)Foto: picture-alliance/ ZB

Überhöhtes Tempo, riskante Überholmanöver, Drängeleien – die Gneisenaustraße in Kreuzberg gilt seit Jahren als Rennstrecke. Erstmals forderten Anwohner und Bezirkspolitiker 2004, die gerade Strecke müsse durch mehr Tempokontrollen- und Limits sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen sicherer gemacht werden. Oftmals wurden diese Rufe wiederholt, doch bisher geschah offensichtlich zu wenig: Bei einem schweren Unfall ist in der Gneisenaustraße in der Nacht zum Sonntag ein Mann gestorben.

Der Wagen schleuderte gegen einen Baum

Es geschah gegen ein Uhr früh zwischen Solms- und Nostitzstraße. Mutmaßlich mit überhöhtem Tempo schleuderte dort ein mit vier Personen besetzter BMW gegen einen Baum. Dabei starb nach Angaben der Polizei der 27-jährige Beifahrer des Wagens. Der 23-jährige Fahrer und ein weiterer gleichaltriger Insasse erlitten schwere Kopfverletzungen. Ein 19-Jähriger auf dem Rücksitz wurde leicht verletzt. Er konnte das Krankenhaus nach einer ambulanten Verhandlung verlassen. Nach ersten Ermittlungen hatte der schwarze BMW einen Pkw überholt, war dabei ins Schleudern geraten und seitlich gegen den Baum geprallt.

Anwohner fordern feste Blitzgeräte

Die Gneisenaustraße ist Teil einer durchgehenden, in beiden Richtungen zweispurigen Strecke zwischen dem Hermannplatz in Neukölln und den Kreuzberger Yorckbrücken. Deshalb verführt diese Piste dazu, aufs Gas zu drücken – vor allem an Wochenenden. Die Polizei ist zwar mit mobilen Blitzern hin und wieder unterwegs, aber dieses Überwachungsprogramm reicht Kritikern nicht. Sie wünschen sich feste Blitzgeräte, die auf Dauer wirkungsvoller sind. Bisher lehnten die Verkehrsbehörden solche Forderungen aber mit dem Hinweis ab, die Straße sei kein Unfallschwerpunkt.
Anwohner sehen das anders. Nach dem tödlichen Unfall berichten Tagesspiegel-Leser: „Im Straßenzug Goeben,-Yorck und Gneisenaustraße wird generell viel zu schnell gefahren. Mit 50 km/h wird man als rollendes Verkehrshindernis betrachtet. An Tempolimits wird sich kaum gehalten, besonders nachts. Kontrollen? Selten. Dabei würde sich dort die Blitzer schnell bezahlt machen.“

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