Schwerer Unfall in Berlin-Charlottenburg : Jurastudent zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt

Er hatte auf der A 100 die Kontrolle über seinen BMW verloren und eine Unfallkette ausgelöst. Eine 24-Jährige war mit ihrem Kleinwagen sieben Meter in die Tiefe gestürzt. Sie leidet noch heute unter den Folgen

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Ein Prozess im Strafgericht.
Ein Prozess im Strafgericht.Foto: dpa

Auf das Urteil musste die Medizinstudentin mehr als zweieinhalb Jahre warten: Den schweren Unfall auf der A 100, bei dem die 24-Jährige mit ihrem Kleinwagen sieben Meter in die Tiefe gestürzt war, hatte ein 23-jähriger Autofahrer verschuldet. So sah es nun ein Amtsgericht. Denis B. wurde der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen. Er soll eine Strafe von 1800 Euro zahlen. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Anklage. Der Verteidiger hatte Freispruch verlangt.

„Sie sind mit 90 km/h und damit mit unangemessener Geschwindigkeit durch die Kurve gefahren“, sagte die Richterin. Jurastudent B. hatte am Abend des 7. Januar 2012 die Kontrolle über den elterlichen BMW verloren. „Das Risiko war angesichts der Umstände erkennbar“, hielt ihm die Richterin vor. Damals sei die Straße feucht gewesen. Auch wenn eine Richtgeschwindigkeit von 80 km/h galt, sei das Tempo anzupassen.

Gegen 20 Uhr kam es auf der Rudolf-Wissel-Brücke auf der A 100 in Charlottenburg zu einer folgenschweren Kettenreaktion: Der BMW kam ins Schleudern, stieß gegen ein Begrenzung und prallte wie ein Gummiball zurück. Dabei traf er einen Ford, der dadurch nach rechts gedrängt wurde und den Smart traf. Wie ein Surfbrett sei der Smart auf die rechte Betonbrüstung geschoben worden, sagte ein technischer Gutachter.

Die Medizinstudentin kam schwer verletzt in ihrem Wrack zu sich. Sie erlitt schwere Gesichtsverletzungen und Frakturen der Halswirbelsäule. Bis heute muss sie mit Einschränkungen leben. „Noch zweieinhalb Jahre danach tut ihr beim Essen jeder Bissen weh“, hielt die Richterin dem jungen Autofahrer vor.

Er hatte im Prozess kaum Worte des Mitgefühls gefunden und zu Beginn der Urteilsbegründung deutlich den Kopf geschüttelt. Eine Verantwortung für den Unfall bestritt er. Das zulässige Tempo habe er nicht überschritten, erklärte B. Der Ankläger sagte: „Er zeigt mit dem Finger auf andere und die Fahrbahn.“ Die aber sei in Ordnung gewesen.

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