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Schwerpunktkontrolle zum Schulbeginn : Autofahrer vor Kita geblitzt – mit Tempo 118

Pünktlich zum Ende der Ferienzeit will die Berliner Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen und Kitas durchführen. Schon am Mittwoch ging den Beamten der erste rekordverdächtige Raser ins Netz. Die Debatte über die als "Abzocke" verpönten Radarfallen geht indessen weiter.

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Raser im Visier. Im vergangenen Jahr nahm die Polizei 42,6 Millionen Euro Bußgelder für Geschwindigkeitsübertretungen ein. Zum Schulbeginn sind wieder Schwerpunktkontrollen geplant.
Raser im Visier. Im vergangenen Jahr nahm die Polizei 42,6 Millionen Euro Bußgelder für Geschwindigkeitsübertretungen ein. Zum...Foto: dpa

Das Geschwindigkeitsmessgerät der Polizei zeigte 118 km/h an: Der 27-Jährige raste mit seinem Auto allerdings nicht über die Stadtautobahn, sondern wurde in der Tempo-30-Zone vor einer Kindertagesstätte in der Afrikanischen Straße in Wedding geblitzt. Eine Einsatzhundertschaft hatte sich Mittwoch für drei Stunden zu einer Schwerpunktkontrolle an dieser Stelle postiert und insgesamt 13 Tempoüberschreitungen bei Fahrzeugen gemessen. Der Einsatz erfolgte zum Auftakt weiterer massiver Tempokontrollen vor Kitas und Schulen, die Berlins Polizei zum Unterrichtsbeginn ab kommenden Montag durchführen will. Man werde im gesamten Stadtgebiet wieder längere Zeit in Tempo-30-Zonen massiv präsent sein, heißt es.

Der 27-jährige Raser in Wedding fiel nicht nur durch sein Tempo auf, sein Wagen war auch nicht haftpflichtversichert. Neben einer Strafanzeige bekommt er nun vier Punkte im Flensburger Zentralregister, drei Monate Fahrverbot und ein Bußgeld von 680 Euro. Die Polizei betont, dass mehr als die Hälfte aller Geschwindigkeitskontrollen in Tempo-30- Zonen erfolgen.

Dennoch löste der neue Onlineautomobilklub „Mobil in Deutschland“ erst vergangene Woche eine Debatte darüber aus, ob die Polizei bei ihren Radarkontrollen Fahrer gezielt „abzockt“. Wie berichtet, präsentierte der Klub eine von ihm erstellte Untersuchung, wonach die Polizei nicht primär an Unfallschwerpunkten blitzt, sondern dort, wo die meisten Bußgelder zu kassieren sind. Auf den ersten Blick scheint diese These auch durch die Prognosen von Polizei und Finanzsenator gestützt, die in den vergangenen Jahren meist steigende Einnahmen durch Tempokontrollen in Aussicht stellten. Tatsächlich kassierte Berlin 2010 rund 38 Millionen Euro von zu schnellen Autofahrern. Und 2011 waren es bereits 42,8 Millionen Euro. Die Schätzung der Polizei für 2012/13 beläuft sich nun aber auf eine etwas geringere Summe von 41,6 Millionen Euro. Vergleicht man diese Erwartung allerdings wie manche Beobachter mit dem Jahr 2010, so ergibt sich ein Anstieg von mehr als drei Millionen Euro.

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