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Schwerverletzte bei Berliner Radrennen : Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Unfall

Bei einem Radrennen am Berliner Wannsee hat es am Sonntag einen schweren Autounfall gegeben. Vier Menschen verletzt, zwei davon schwer. Nun tobt der Streit um die Schuld.

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Bei dem Fahrradrennen in Berlin-Wannsee sind mindestens vier Menschen von dem Auto verletzt worden.
Bei dem Fahrradrennen in Berlin-Wannsee sind mindestens vier Menschen von dem Auto verletzt worden.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Nach dem Unfall am Rande eines Radrennens am Wannsee sind zwei Männer weiterhin im Krankenhaus. "Die Verletzungen sind schwer, es besteht aber keine Lebensgefahr", sagte eine Polizeisprecherin am Montag auf Nachfrage. Wie es genau dazu kam, dass am Sonntag mehrere Radfahrer mit einem Auto zusammenstießen, ist nach offiziellen Angaben unklar.

Die "Berliner Morgenpost" berichtete, dass zwei befreundete Paare in dem weißen Geländewagen saßen, der in den Unfall verwickelt war. Sie seien von einem Ausflug aus Potsdam gekommen und wollten am Wannsee essen gehen. Nach Aussagen des Fahrers habe ein Ordner die abgesperrte Straße freigegeben und das Auto durchgewunken. Der Autofahrer sei dann in einem Berliner Waldstück an der Havel auf die Strecke des Radrennens geraten.

Veranstalter beschuldigt Autofahrer

Dem Tagesspiegel gegenüber korrigiert Hein-Detlef Ewald, 1. Vorsitzender des Radsportclubs Charlottenburg, diese Version. Der Autofahrer habe sich nicht an die Anweisungen der Ordner am Streckenrand gehalten. Mehrfach wurde er demnach dazu angehalten, schneller zu fahren. Auch als ein Polizist den Audi stoppte, sei der Fahrer nicht neben die Straße ausgewichen.

Das Befahren der Strecke mit Autos sei grundsätzlich auch während des Rennbetriebs möglich. Die lokalen Restaurants wären sonst von den Zufahrtswegen abgeschnitten. Ein Sicherheitskonzept mit Streckenposten und Motorrad-Eskorten für Autofahrer sichere das Renngeschehen ab, sagt Ewald. Eine Augenzeuge des Rennens, der sich am Montag beim Tagesspiegel meldete, schilderte hingegen eine mangelnde Absicherung der Strecke: Autos hätten sich dort unkontrolliert bewegt und gewendet.

Das Sicherheitskonzept ging offensichtlich nicht auf. Mehrere Radfahrer konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallten von hinten gegen den Geländewagen. Zunächst hieß es, ein Auto sei in eine Radfahrergruppe hineingefahren. Das stellte sich aber als Irrtum heraus. Das Rennen verläuft von der Königstraße Richtung Potsdam über den Nikolskoer Weg zur Pfaueninsel und zurück zur Königstraße. Der Radsport Club Charlottenburg ist der älteste Radsportverein Berlins und einer der ältesten in Deutschlands.

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