Serientäter : "Mahmoud" steht wieder vor Gericht

Am Landgericht Berlin hat der Prozess gegen einen der bekanntesten Intensivtäter Berlins begonnen. Nidal R., der als Jugendlicher unter dem Namen "Mahmoud" bekannt geworden war, muss sich darin wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Bandendiebstahls und Fahrens ohne Führerschein verantworten. Bisher verweigerte er die Aussage.

BerlinDas Verfahren war im Oktober vorigen Jahres ausgesetzt worden, weil der 25-Jährige begutachtet werden sollte. Der staatenlose Palästinenser war gegen Meldeauflagen von der Haft verschont, als er die Taten beging. Nach seiner Entlassung im November 2006 soll er den Türsteher einer Diskothek und einen Passanten geschlagen haben. Bis März 2007 beging er laut Anklage gemeinsam mit Komplizen, darunter einem 22-jährigen Mitangeklagten, wiederholt Diebstähle in Supermärkten.

Dabei sollen sie Kaffee und Zigaretten im Wert von rund 1100 Euro entwendet haben. Darüber hinaus soll Nidal R. ohne Führerschein gefahren sein und bei einer Flucht vor der Polizei vier Fahrzeuge gerammt haben. Der entstandene Sachschaden wird auf insgesamt 10.000 Euro geschätzt. Die beiden Angeklagten wollten sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu äußern.

Voll schuldfähig

Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten im Oktober letzten Jahres Anträge auf eine Begutachtung "Mahmouds" gestellt. Damit sollte geklärt werden, ob die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch oder in der Psychiatrie möglich sei. Nach Angaben von "Mahmouds" Strafverteidiger soll das vorläufige Gutachten aber weder Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit noch für eine derartige Unterbringung beinhalten. Eine sofortige Sicherheitsverwahrung des Wiederholungstäters ist dennoch unwahrscheinlich, da ihn die Gutachter als nicht gefährlich genug einschätzen.

Die kriminelle Karriere von Nidal R. begann bereits im Alter von 15 Jahren. Damals wurde gegen ihn wegen Gewaltdelikten eine Jugendstrafe von bis zu viereinhalb Jahren verhängt. Im April 2005 wurde er erstmals nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erhielt er zwei Jahre und zwei Monate Haft. Im August 2007 wurde der 25-Jährige wegen Beleidigung zu sechs Monaten Haft verurteilt. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (iba/ddp/dpa)

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