Sexueller Missbrauch : Haft und Berufsverbot für pädophilen Jugendklubleiter

Wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Jungen ist der frühere Leiter eines Veltener Jugendklubs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin verhängte gegen den Sozialarbeiter zudem ein fünfjähriges Berufsverbot.

BerlinDer einschlägig vorbestrafte 43-Jährige wurde schuldig gesprochen, während seiner Tätigkeit als Klubleiter von April 2001 bis April 2006 sich in 21 Fällen an insgesamt neun Jungen im Alter von anfangs elf bis 16 Jahren sexuell vergangen zu haben. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. Die Verteidigung hatte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Übergriffe hatten bei Klubveranstaltungen, in Zeltlagern oder bei privaten Feiern stattgefunden, wo häufig Alkohol geflossen war. Das Gericht stellte fest, dass der Klubleiter aus dem Ort Velten in der Nähe von Brandenburg/Havel die Trunkenheit der Jungen bewusst ausgenutzt habe, um sich sexuell an ihnen zu vergehen.

Zu den am häufigsten missbrauchten Jungen zählte der Neffe des Angeklagten. Dem Gericht zufolge nutzte der Klubleiter das Vertrauen der Jungen aus, um sich sexuell zu befriedigen. "Die attraktiven Veranstaltungen und das soziale Beziehungsnetzwerk" habe er mehr oder weniger bewusst aufgebaut, um seinen pädophilen Neigungen nachzugehen.

Bereits im Dezember 1997 war der Angeklagte wegen ähnlicher Delikte zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Der damals noch verheiratete Mann stand unter Bewährung, als er 2001 den Jugendklub übernahm und erneut straffällig wurde. Zu Prozessbeginn gab er zu, mit drei Jungen, darunter seinem Neffe, Sex gehabt zu haben. Eigenen Angaben zufolge hatte er in seiner Bewerbung auf die Vorstrafe hingewiesen. (mhz/ddp)

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