Sieben Jahre nach Diebstahl in Stasi-Museum : Erich Mielkes Telefon ist wieder aufgetaucht

Bei einer Hausdurchsuchung in Neukölln machte die Polizei einen unerwarteten Fund: Diebesgut aus Einbrüchen im Stasi-Museum in Lichtenberg. Eigentlich ermittelten die Beamten wegen Diebstahls sakraler Gegenstände.

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Das Stasi-Museum in Berlin.
Das Stasi-Museum in Berlin.Foto: Jens Kalaene/dpa/picture-alliance

Sieben Jahre ist der Diebstahl her - jetzt sind bei einer Hausdurchsuchung in Neukölln Ausstellungsstücke aus dem Stasi-Museum in Lichtenberg wieder aufgetaucht. Darunter: ein Telefon aus dem Büro des einstigen Stasi-Chefs Erich Mielke, ein Eishockeyschläger aus Moskau, ein Kohlebrikett mit der Prägung „30 Jahre DDR“ und Kohlestücke mit der Prägung „25 Jahre MfS“. Weiterhin vermisst bleibt ein Holzbrett mit einem Porträt von Lenin. Eigentlich waren die Beamten dem 32-jährigen Tatverdächtigen wegen Diebstahls sakraler Gegenstände auf der Spur. Am vergangenen Mittwoch machten sie dann bei einer Durchsuchung von dessen Wohnung und den Kellerräumen in der Weisestraße den überraschenden Fund.

Operative Einsatztechnik - Polizei spricht von "ideellem Wert"

Das Diebesgut wurde nach bisherigen Ermittlungen bei Einbrüchen aus den Räumlichkeiten des Stasi-Museums der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße in den Jahren 2007 und 2008 entwendet.

Die geklauten Gegenstände aus dem Stasi-Museum
Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Neukölln überraschend aufgetaucht: Erich Mielkes Telefon.Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: Polizei Berlin
24.02.2015 16:18Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Neukölln überraschend aufgetaucht: Erich Mielkes Telefon.

Es handelt sich dabei unter anderem um so genannte operative Einsatztechnik, wie Spezialkameras und versteckte Mikrofone. Die Polizei geht aufgrund des vergleichsweise geringen materiellen Werts der Gegenstände von einem "ideellen Wert" aus, der sie für den Tatverdächtigen interessant gemacht habe.

Ob der Tatverdächtige, der zur Zeit der Einbrüche nicht älter als Mitte 20 war, selbst auch die Einbrüche begangen hat, wird noch ermittelt.

Stasi-Museum im ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR
EINGEGANGEN AM ... Das Berliner Stasi-Museum in der Lichtenberger Ruschestraße ist durch eine riesigen Stempel markiert, der nur aus der Luftperspektive ganz zu erkennen ist. Das Architekturbüro raumlabor hatte mit diesem Entwurf 2011 einen Wettberwerb gewonnen. Die Installation soll den " Wahnsinn transportieren, der von der Stasizentrale ausging". Die Unvollständigkeit aus der Fußgängerperspektive soll den Besucher herausfordern, zwischen der " Satellitensicht und der realen Umgebung einen Bezug herzustellen". Der Blick von oben sei dem des Stasimitarbeiters nicht unähnlich.Weitere Bilder anzeigen
1 von 42Foto: Geoportal Berlin / Digitale farbige Orthophotos 2015
03.05.2016 10:04EINGEGANGEN AM ... Das Berliner Stasi-Museum in der Lichtenberger Ruschestraße ist durch eine riesigen Stempel markiert, der nur...

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