Silvesterbilanz : Verletzung durch Polenböller, Schreckschüsse auf Passanten

Neujahrsbilanz der Berliner Polizei und der Berliner Feuerwehr: Deutlich mehr Notrufe gingen in dieser Silvesternacht ein als im Vorjahr. Darunter ein folgenschwerer Unfall mit einem so genannten Polenböller.

Die Zahl der Feuerwehreinsätze zwischen 19 Uhr und 6 Uhr früh erhöhte sich um gut zehn Prozent auf 1568. Der folgenschwerste Unfall mit einem Silvesterböller ereignete sich in Hellersdorf. Einer 27-jährigen Frau wurden um drei Uhr früh zwei Finger der rechten Hand abgerissen, als sie einen illegalen so genannten Polen-Böller auf ihrem Balkon zünden wollte. Im Unfallkrankenhaus Berlin versuchten Ärzte in einer mehrstündigen Notoperation die Reste der Hand zu retten. Wegen ihrer Detonationskraft fallen diese häufig aus Polen stammenden Feuerwerkskörper unter das Sprengstoffgesetz, die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau eingeleitet.

In Hohenschönhausen wurden mehrere Jugendliche zum Teil erheblich verletzt, als sie von einem 43-Jährigen mit Silvesterböllern beworfen wurden. Die Polizei kennt den Namen des Täters, konnte ihn aber noch nicht festnehmen. Nach Polizeiangaben wurden elf Menschen durch Böller schwer verletzt.

In Charlottenburg wurde ein Passant wenige Minuten vor Mitternacht durch einen Schuss verletzt. Wer in der Tauentzienstraße auf den 27-Jährigen feuerte, ist unklar, er wurde am Unterschenkel getroffen. Auch in den vergangenen Jahren hatten Unbekannte mit Schreckschusswaffen wahllos auf Passanten geschossen.

Strahlend in das neue Jahr

Hunderttausende und Hasselhoff am Brandenburger Tor

Unter unvermeidlicher Verwendung der üblichen, sicherlich ungewollt riefenstahlesken Scheinwerfereien feierten Hunderttausende am Brandenburger Tor ins neue Jahr. Weitere Eindrücke in dieser Bildergalerie. Wilkommen 2011. Über der Quadriga auf dem Brandenburger Tor steigt das große Feuerwerk zum Jahreswechsel. Doch schon in den Stunden vorher wurde auf anderen Erdteilen gefeiert...

Deutlich mehr Brände

Die Zahl der Brände stieg deutlich von 231 auf 281. In der Weddinger Spanheimstraße sprang ein Mann in Panik vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem fünften Stock, er erlitt schwerste Verletzungen. In der Skalitzer Straße in Kreuzberg mussten fünf Personen mit einer Drehleiter aus einer brennenden Wohnung im fünften Stock gerettet werden.

Schlägereien und Messerstiche

Bei der Polizei ging die Zahl der Einsätze etwas zurück von 1800 auf 1700. Darunter waren 170 Schlägereien. Die gravierendste Auseinandersetzung gab es gegen 3 Uhr früh in Kreuzberg in der Falckensteinstraße. Mehrere Unbekannte hatten Einlass in eine geschlossene Veranstaltung in der "Champagneria" begehrt. Als sie nicht eingelassen wurde, zog einer der Männer ein Messer und verletzte einen 31-jährigen Gast lebensgefährlich. Auch eine 34-jährige Frau wurde auf dieser Feier durch einen Messerstich verletzt. Die Täter flüchteten, eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

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