Spandau : Prozess gegen Spüli-Dieb

Ein 38-jähriger Arbeitsloser steht seit Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. Er soll im Juni und Juli bei zwei Diebstählen den Supermarkt-Detektiv angegriffen haben. Sein Diebesgut: zwei Schachteln Zigaretten, Spülmittel und Schuhcreme.

BerlinEin 38 Jahre alter Mann aus Spandau muss sich seit Mittwoch wegen schweren räuberischen Ladendiebstahls vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der arbeitslose Maler und Lackierer soll im Juni und Juli bei zwei Diebstählen in einem Supermarkt ertappt worden sein und den Ladendetektiv bedroht und angegriffen haben.

Bei der ersten Tat Mitte Juni ließ er laut Anklage zwei Packungen Zigaretten mitgehen. Als ihn der Ladendetektiv vor dem Geschäft darauf ansprach, soll er ihn am Hals gepackt und Schläge angedroht haben. Der Angeklagte konnte jedoch überwältigt und vorläufig festgenommen werden. Er musste wegen eines Schädelbasisbruchs im Krankenhaus behandelt werden.

Wiederholungstat mit Schraubendreher

Nur drei Wochen später soll er denselben Detektiv mit einem Schraubendreher bedroht haben, nachdem er Spülmittel und Schuhcreme gestohlen hatte. In diesem Fall konnte er jedoch mit der Beute fliehen. An den ersten Fall könne er sich "beim besten Willen nicht erinnern", weil er betrunken gewesen sei, sagte der Angeklagte. Er sei auf der Intensivstation aufgewacht und habe dort erst von der Auseinandersetzung erfahren.

Den zweiten Diebstahl gab der Mann zu, bestritt aber, den Detektiv bedroht zu haben. Seinen Angaben nach hatte er das Werkzeug in der Hand, weil es ihm beim Umdrehen aus dem Rucksack gefallen war. "Ich wollte bloß weg. Ich hatte Angst, dass mir das gleiche noch einmal passiert", sagte er. Der Prozess wird nächsten Mittwoch fortgesetzt. (peg/ddp)

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