Spandauer Forst : Mord an Joggerin: Hoffen auf entscheidende Hinweise

Zwei wichtige Zeugen haben sich gemeldet. Sie werden im Laufe des Tages befragt. Außerdem gibt es inzwischen 140 Hinweise zum Mord an einer Psychologin im Spandauer Forst.

Tanja Buntrock

Der Täter im Fall der im Spandauer Forst getöteten Psychologin ist immer noch flüchtig. Deshalb suchen die Ermittler weiter nach Spaziergängern, die vor dem Überfall noch mit dem Opfer gesprochen haben oder anschließend Erste Hilfe leisteten. Hinweise erhofft sich die Polizei auch von einem älteren Paar, das in der Nähe des Tatorts mit seinen Hunden unterwegs war. Am Dienstagabend hieß es dann, dass sich ein Mann gemeldet habe, der am Sonnabend mit seinem Hund unterwegs gewesen sei und die Schwerverletzte versorgt habe. Nach Polizeiangaben, habe sich am Mittwochmorgen noch eine weitere Zeugin gemeldet, die kurz nach der Tat Kontakt zum Opfer hatte. Beide wichtigen Zeugen werden im Laufe des Mittwochs befragt.

Die 39-jährige Kirsten S. war am Sonnabend von einem Unbekannten mit einem Messer attackiert worden. Etliche Zeugen wollen den ganz in Weiß gekleideten Mann unabhängig voneinander vor und kurz nach der Tat gesehen haben. Er soll demnach schon häufiger im Stadtforst unterwegs gewesen sein. Dennoch reichen die Beschreibungen nicht aus, um ein Phantombild anzufertigen. „Wenn es so wäre, hätten wir schon längst ein Täterporträt veröffentlicht“, sagt Thomas Scherhandt, der Leiter der Mordkommission.

Offenbar können die meisten Zeugen sich an Auffälligkeiten – die weiße Kleidung, ein rotes Fahrrad oder das ungefähre Alter – erinnern, nicht aber an sein Gesicht. Details will Scherhandt nicht nennen. Jeder Fahndungsleiter habe mit der Veröffentlichung eines Täterporträts eine „hohe Verantwortung der Bevölkerung gegenüber“, sagt ein Kollege. Auch seien beispielsweise Kinder – je nach Alter und Entwicklungsstatus – in der Regel auch nicht in der Lage, Täterbeschreibungen abzugeben. „Sie schätzen Größe, Statur und andere Merkmale ganz anders ein als Erwachsene“, hieß es. Der Täter, der laut Zeugen etwa 15 bis 20 Jahre alt sein soll, flüchtete mit einem „auffällig rotem Fahrrad“, wie es bei der Polizei hieß. Derzeit bezögen sich die meisten Hinweise, die bei der Polizei eingehen, auf „knallrote Fahrräder, die im Stadtgebiet gesehen worden sind“, sagt der Chefermittler.

Der Mörder hatte die Charité-Psychologin in Höhe Kuhlake/Wildgehege attackiert. Sie machte dort gegen kurz vor 9 Uhr Meditationsübungen, nachdem ihr Mann zu einer größeren Joggingrunde aufgebrochen war. (mit ddp)

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