Spektakulärer Fahndungserfolg : Wie die Polizei den Brandstifter entdeckte

67 Autobrandstiftungen hat der 27-jährige André H. gestanden. Dieser spektakuläre Fahndungserfolg gelang der Polizei dank eines Überwachungsvideos - und der richtigen Ausgangshypothese.

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Berlin - Auch in der Nacht zu Dienstag brannten Fahrzeuge: In Lichtenberg ist ein Pritschenwagen angezündet worden, in Gesundbrunnen stand ein Motorrad in Flammen. Dabei griffen die Flammen wohl auf das angrenzende Haus über. Ein Bewohner kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in eine Klinik. Zu welcher Firma der Lieferwagen in Lichtenberg gehört, blieb am Dienstag unklar. Es werde geprüft, ob von politischen Motiven auszugehen sei, teilte die Polizei mit.

Erst am Wochenende hatte die Polizei den 27-jährigen André H. festnehmen können, der 67 Autobrandstiftungen gestanden hat – vornehmlich BMW, Mercedes und Audi von Juni bis August.

Auf André H. waren die Ermittler gekommen, weil sie offenbar die richtige Ausgangshypothese verfolgt haben: Der Täter der besonders auffälligen Brandserie am 23. August in Haselhorst ist wahrscheinlich mit der U-Bahn gekommen. Damals gingen in dem Spandauer Ortsteil kurz nach Mitternacht fünf Autos in Flammen auf. Die Ermittler sicherten sich daraufhin die Überwachungsvideos aus dem U-Bahnhof, die sonst nach 24 Stunden gelöscht worden wären.

Tatsächlich entdeckten sie darauf einen Mann, der 15 Minuten vor dem ersten Brand aus dem U-Bahnhof ging – und kurz nach dem letzten Brand wieder in den Bahnhof zurückkehrte. Weil Haselhorst kein Ausgehviertel ist, war dieser kurze Aufenthalt mitten in der Nacht untypisch. Die Polizei verteilte das Bild des Unbekannten daraufhin berlinweit.

Irgendwann entdeckten Bundespolizisten offenbar zufällig André H. in der Stadt und verfolgten ihn bis nach Hause. Zudem stellten die Ermittler fest: Viele Autobrände wurden in der Nähe von Orten begangen, die H. regelmäßig aufsuchte – also Kneipen oder Wohnungen von Bekannten.

Vor einigen Tagen durchsuchten Polizisten schließlich die Wohnung in Moabit, in der er mit seiner kranken Mutter lebt. Kennern zufolge hatte man aber nur eine Reihe von Indizien für seine Täterschaft, überführt hat sich H. wohl erst durch sein Geständnis.

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