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Sperrungen und Behinderungen : Bombe in Potsdam erfolgreich entschärft

Am Vormittag wurde eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft. Der Sperrkreis ist aufgehoben worden. Betroffen waren die Staatskanzlei und Ministerien mit 1500 Mitarbeitern sowie 1700 Anwohner.

Eine Weltkriegsbombe.
Eine Weltkriegsbombe.Foto: dpa

Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Donnerstagvormittag erfolgreich in Potsdam entschärft. Der Sperrkreis wurde aufgehoben.

1700 Potsdamer mussten vorher ihre Wohnungen verlassen. Die Bombe war auf dem Telegrafenberg gefunden worden, teilte die Stadt am Dienstag mit. Das dort ansässige Geoforschungszentrum (GFZ) habe eine entsprechende Erkundung in Auftrag gegeben. Ende vergangener Woche sei der Blindgänger amerikanischen Ursprungs entdeckt worden.

Um 8 Uhr wurde rund um den Fundort ein 700 Meter großer Sperrkreis gezogen. Der Potsdamer Hauptbahnhof war davon nicht betroffen, dennoch musste mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. So wurden die Bundesstraße 2, das Leipziger Dreieck und die Heinrich-Mann-Allee ab „Am Alten Friedhof“ komplett gesperrt. Der Autoverkehr aus dem Süden wurde weiträumig über Michendorf, Langerwisch und Saarmund umgeleitet. Fahrradfahrer und Fußgänger konnten die Fähre von Hermannswerder nach „Auf dem Kiewitt“ nutzen. Autofahrer, die sonst über die Heinrich-Mann-Allee in die Stadt fahren, sollten laut Stadt den Horstweg und die Nuthestraße beziehungsweise die Friedrich-Engels-Straße nutzen. Die Heinrich-Mann-Allee wurde als einzige Straße so lange offengehalten, bis die Evakuierung abgeschlossen war und die Entschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst begann.

Auch der Tram- und Busverkehr wurde stark eingeschränkt. Der Potsdamer Verkehrsbetrieb teilte mit, dass der Straßenbahnverkehr in ein Nord- und ein Südnetz eingeteilt wird. Die Linien im Nordnetz endeten jeweils am Hauptbahnhof und fuhren von dort aus wieder zurück in Richtung Platz der Einheit. Die Linien im Südnetz verkehrten im Zehn-Minuten-Takt zwischen Bahnhof Rehbrücke und Marie-Juchacz-Straße. Auch die Buslinie 693 war betroffen. Sie endete am Hauptbahnhof und fuhr von dort zurück in Richtung Bahnhof Rehbrücke. Ebenfalls eingeschränkt waren die Havelbus-Linien 607, 608 und 643.

Foto: PNN

Sperrung bis zum Mittag

Für die 1700 Anwohner, die evakuiert werden mussten, standen seit 7.30 Uhr das Jugendkulturzentrum Freiland in der Friedrich-Engels-Straße 22 zur Verfügung. Laut Stadtverwaltung waren unter den Betroffenen 200 über 80-Jährige und 50 Personen zwischen 70 und 80 Jahren. Bettlägerige und gehunfähige Personen konnten bei der Feuerwehr einen Transport anmelden. Diese kann unter der Telefonnummer (0331)3701329 kontaktiert werden. Informationen gibt es auch am Bürgertelefon der Stadt unter (0331)2891666.

Innerhalb des Sperrkreises befanden sich neben zahlreichen Wohnungen auch das Bad am Brauhausberg, der Alte und der Neue Friedhof, die Comenius-Schule, die Kita Geolino und die Altersresidenz „Kursana“ mit 107 Bewohnern. Außerdem waren die Staatskanzlei an der Heinrich-Mann-Allee mit 500 Mitarbeitern sowie die Institute des Wissenschaftsparks „Albert Einstein“ mit weiteren 1000 Beschäftigten betroffen. Der Zugang zu allen Gebäuden war seit 8 Uhr nicht mehr möglich. Die Stadtwerke teilten mit, dass das Bad am Brauhausberg voraussichtlich erst ab 14 Uhr geöffnet sein wird.

Am Mittwoch wurde eine Weltkriegsbombe in Spandau erfolgreich gesprengt. Direkt betroffen waren nicht nur mehr als 500 Menschen, sondern auch der Flugverkehr in Tegel. Zwischen 12.30 und 13.28 Uhr fanden keine Landungen statt. Knapp 40 Flüge seien gestrichen worden, sagte ein Sprecher: 20 Ankünfte und 19 Abflüge. (Tsp)

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