Stau in Berlin-Zehlendorf nach Avus-Unfall : Alkoholisierte fährt Rolls-Royce zu Schrott

Eine 45-jährige Frau fuhr auf der Avus in Berlin-Zehlendorf einen wertvollen Rolls-Royce zu Schrott. Sie hatte reichlich Alkohol im Blut und wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

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Die Berliner Polizei (Symbolbild). Foto: dpa
Die Berliner Polizei (Symbolbild).Foto: dpa

Die Fahrerin hatte nach eigenen Angaben zwischen dem Autobahnkreuz Zehlendorf und Ausfahrt Spanische Allee die Kontrolle über den Wagen verloren. Es war 18.15 Uhr als sie nach rechts von der Fahrbahn der A115 abkam und mit dem rechten hinteren Kotflügel des Rolls-Royce gegen die rechte Leitplanke stieß. Durch den Aufprall geriet das Fahrzeug ins Schleudern und stieß letztendlich gegen die linke Leitplanke unter einer S-Bahnbrücke, bevor es endgültig zum Stillstand kam. Nach Polizeiangaben ist das Auto vom Typ Silver Shadow ein Totalschaden.

Die 45-Jährige wurde schwer verletzt, ebenso ein 66-Jähriger. Andere Fahrzeuge waren nicht beteiligt, die Unfallursache heißt ganz offensichtlich Alkohol. Die Frau hatte etwa 1,4 Promille im Blut, wie ein vorläufiger Test des Notarztes ergab. Die Frau willigte einer offiziellen Blutprobe ein, deren Ergebnis noch nicht vorliegt.

Der „Silver Shadow“ trug ein so genanntes H-Kennzeichen, das nur für original erhaltene und mindestens 30 Jahre alte „historische“ Fahrzeuge ausgegeben wird. Das Fahrzeug wurde zur technischen Überprüfung sichergestellt. Der „Silberne Schatten“ wurde zwischen 1965 und 1980 produziert, mit über 29 000 Exemplaren war er nach Angaben des Internetlexikons Wikipedia der bis dahin meistgebaute Rolls-Royce.

Der Rolls von der Avus gehört einem beim Unfall ebenfalls schwer verletzten Unternehmer, gegen den 66-jährigen wird nun ebenfalls ermittelt. Denn als Halter ist er auch verantwortlich für die Tauglichkeit des Fahrers. Wieso er eine betrunkene Frau ans Steuer ließ, ist unklar. Bei ihm wurde kein Alkoholtest genommen. Die beiden weiteren Mitfahrer, eine 45-jährige Frau und ein 53-jähriger Mann, wurden nur leicht verletzt. Alle stammen aus Russland.

Der Crash hatte Auswirkungen auf tausende Autofahrer. Denn der Abschnitt der Avus war nach Polizeiangaben fünf Stunden lang gesperrt. An einen schweren Unfall mit Beteiligung eines Rolls-Royce konnte sich bei der Polizei niemand erinnern. 2008 hatte ein Berliner Unternehmer seinen 200 000 Euro teuren Aston Martin mit viel Alkohol aber ohne Führerschein gegen geparkte Autos gefahren.

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