Steglitz : Ehedrama - Frau nicht mehr in Lebensgefahr

Ein Ehemann stach seine Frau nieder. Nur durch einen gezielten Schuss konnte die Polizei am Sonntag früh den gewalttätigen Mann stoppen. Nach Informationen des Tagesspiegels wird der Polizeibeamte, der auf den Täter schoss, von der Mordkommission befragt. Die genauen Umstände des Ehedramas sind bislang ungeklärt.

BerlinSabine B.  befinde sich auf dem Weg der Besserung, teilte die Polizei am Montag mit. Die 44 Jahre alte Frau schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Der Zustand sei jedoch noch kritisch. Die Frau wurde durch eine Notoperation im Klinikum Benjamin Franklin gerettet.

Die Frau wurde am Sonntag in Berlin-Steglitz von ihrem Ehemann André B. in der Wohnung niedergestochen. Der 48 Jahre alte Mann ringt trotz einer Notoperation nach wie vor mit dem Tod. Er wurde von einem Polizeibeamten in der Paulsenstraße angeschossen. Das Projektil verletzte den Mann am Oberkörper.

Gewalttätiger Ehemann war der Polizei bekannt

Nach Polizeiangaben lebt das Paar getrennt. Die zweieinhalbjährige Tochter der Frau war zur Tatzeit in der Wohnung. Sie blieb aber unverletzt. Verwandte der Frau nahmen das Mädchen zwischenzeitlich auf. Der Täter ist nicht der Vater. Ob André B. die Tatwaffe, ein Küchenmesser, mitgebracht oder in der Wohnung gefunden hatte, ist unklar.

Bereits um 4.30 Uhr hatte Sabine B. die Polizei geholt, weil ihr Mann an der Wohnungstür klingelte. Zuvor hatte dieser bei Nachbarn geklingelt, um ins Treppenhaus zu gelangen. Als die Polizei eintraf, war er jedoch wieder verschwunden. Drei Stunden später klingelte André B. nicht mehr, sondern schlug gleich die Scheibe der Haustür ein. Mehrere Mieter des Hauses riefen deshalb sofort die Polizei. Ihre Wohnungstür soll die Frau ihrem Mann dann allerdings selbst geöffnet haben.

Laut Polizei war der Mann vor einiger Zeit umgezogen, bereits in der Vergangenheit soll es lautstarke Streitereien gegeben haben, die von der Polizei beendet werden mussten. Gegen den Mann lag aber kein sogenannter Wegweisungsbeschluss vor. Damit kann ein Gericht einem Mann verbieten, sich seiner Frau oder ihrer Wohnung zu nähern.

Polizei: Beamter schoss in "Nothilfe"

Ein Polizeisprecher sagte, der Beamte habe seine Waffe in einer "klassischen Nothilfesituation“ gebraucht. Nothilfe ist eine zugunsten eines Dritten ausgeübte Notwehr – und deshalb straffrei. Die Streifenpolizisten vom nächsten Abschnitt waren durch die offene Tür in die Wohnung eingedrungen, wo André B.immer noch seine am Boden liegende Frau mit dem Messer traktierte. Deshalb gab der Beamte einen Schuss ab.

Der 48-Jährige wurde in den Rücken getroffen. Wie stark er alkoholisiert war, steht noch nicht fest.  Die zweite Mordkommission ermittelt in diesem Fall. Der Beamte wird derzeit zu dem Einsatz befragt. Es soll geklärt werden, ob er auf den Oberkörper oder auf den Arm zielte. Er bleibt aber weiterhin im Dienst. (tb/ml/ddp)

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