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Steglitz-Zehlendorf : 19-Jähriger stirbt beim S-Bahn-Surfen

Ein 19-Jähriger starb am Samstagabend beim S-Bahn-Surfen auf der S1 in Steglitz-Zehlendorf. Kurz vor dem S-Bahnhof Nikolassee stieß er gegen eine Signalbrücke. Sein 18 Jahre alter Freund hielt ihn noch auf dem Zug fest, bis sie den Bahnhof erreichten.

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In Lebensgefahr. Drei Jungen auf dem Dach einer S-Bahn (Symbolbild).
In Lebensgefahr. Drei Jungen auf dem Dach einer S-Bahn (Symbolbild).Archivfoto: Imago

Ein S-Bahn-Surfer ist am Samstagabend in Berlin ums Leben gekommen. "Das Unglück passierte am S-Bahnhof Nikolassee", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen. Der 19-Jährige aus dem Stadtteil Mitte war zusammen mit einem 18 Jahre alten Freund aus Köpenick von der Brücke am S-Bahnhofs Botanischer Garten auf einen Zug der Linie S1 aufgesprungen. Sie fuhren einige Stationen mit, bis sich gegen 21.20 Uhr, kurz vor dem S-Bahnhof Nikolassee, das Unglück ereignete. Der 19-Jährige stieß gegen eine Signalbrücke. Sein Freund hielt ihn noch bis zur Ankunft im Bahnhof auf dem Dach fest. An der Haltestelle ließ er ihn dann auf den Bahnsteig herunter. Der junge Mann wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Sein 18 Jahre alter Begleiter erlitt einen Schock und wurde von Sanitätern versorgt, blieb aber körperlich unverletzt. Offenbar hat die beiden jungen Männer auf dem Dach während ihrer riskanten Fahrt niemand gesehen. Immerhin passierten sie vor dem Unglück zu noch nicht all zu später Zeit die am Wochenende teils stark genutzten Bahnhöfe Lichterfelde-West, Sundgauer Straße, Zehlendorf und Mexikoplatz sowie etliche Brücken, die über Gleise führen. Andernfalls hätte ein Beobachter den Zug durch einen Anruf bei der Polizei oder S-Bahn eventuell noch rechtzeitig stoppen können.

Unter S-Bahnsurfen versteht man das Festklammern an der Außenwand oder am Dach eines fahrenden Zuges, was extrem gefährlich ist.

Erst im Januar gab es innerhalb von zwei Wochen zwei Fälle, bei denen ein 14 Jahre alter Junge in Treptow und ein 15-Jähriger in Brandenburg schwer verletzt worden waren.

Stiftung erinnert an getöteten S-Bahn-Surfer Valerian

Große Aufmerksamkeit für die Gefahren des S-Bahn-Surfens erregte der Fall des 19 Jahre alten Valerian Verny im vergangenen März. Der junge Zehlendorfer war mit fünf gleichaltrigen Freunden in Höhe des Bahnhofs Yorckstraße (Großgörschenstraße) auf das Dach einer S-Bahn geklettert. Nach etwa einem Kilometer Fahrt – und dem Halt an der Station Julius-Leber-Brücke – wurde der 19-Jährige in Schöneberg bei der Einfahrt in einen kurzen Tunnel vom Dach gerissen. In Gedenken an den jungen Mann wurde eine Stiftung für literaturbegabte Kinder gegründet.

(mit dpa)

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