Steuerhinterziehung : Fahnder warten in Berlin auf Einsatzbefehl

Deutschlands vermutlich größter Skandal von Steuerhinterziehung spielt sich auch in Berlin ab. Mindestens eine zweistellige Zahl an Haushalten erwartet diese Woche den Steuerfahnder vor ihren Türen.

Berlin/ BochumDie Berliner Steuerfahndung ist bislang noch nicht tätig geworden. Sie geben aber auch keine näheren Auskünfte über den Hintergrund ihrer Ermittlungen. Die Senatsverwaltung für Finanzen bestätigte, dass es in der Hauptstadt eine zweistellige Zahl von mutmaßlichen Steuerflüchtlingen gibt. „Es sind Fälle in zweistelliger Höhe. Die genaue Zahl ist unklar“, sagte Sprecherin Kristina Tschenett. Durchsuchungen wird es in Berlin geben. Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Staatsanwaltschaft Bochum entscheidet, wann die Fahnder gegen die mutmaßlichen Steuersünder in den einzelnen Berliner Bezirken zuschlagen werden.

Weder die Staatsanwaltschaft Berlin noch die Staatsanwaltschaft in Bochum gibt Auskunft zu der roten Liste. „Wir bestätigen und dementieren nichts“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd. Auskünfte über Orte und Namen wird es nicht geben. Die Ordnungshüter berufen sich auf das Steuergeheimnis. „Heute war noch ein ruhiger Tag in Berlin. Noch haben alle Zeit, ihre Selbstanzeige abzugeben“, sagte der Steuerfahnder Wolfgang Lübke.

Das scheint aber nur die bekannte Ruhe vor dem Sturm zu sein. Es gibt bereits den Auftrag der Bochumer Staatsanwaltschaft, gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher in Berlin zu ermitteln. Auch Durchsuchungsbeschlüsse liegen bereits vor. Zu Namen, Orten und der Zahl möglicher Durchsuchungen von Wohnungs- und Geschäftsräumen in Berlin machte Lübke keine Angaben. Bisher durchsuchten die Steuerfahnder Wohnungen in München, Ulm, Stuttgart, Frankfurt. Rund 1000 Tatverdächtigen wird Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen. Die Steueraffäre begann mit einer Razzia beim langjährigen Post-Chef Klaus Zumwinkel. ml

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