Steuern unterschlagen : Nachtclubchef muss in Haft

Der ehemalige Betreiber des Nachtclubs "Bel Ami" am Olympiastadion hat das Finanzamt nicht wahrheitsgemäß über seine Einkünfte informiert.

Berlin - Viel Champagner floss in seinem Etablissement am Olympiastadion. Doch über die Umsätze, die Detlef U. als Chef des Nachtclubs „Bel Ami“ erzielte, wurde das Finanzamt nicht wahrheitsgemäß informiert. Steuerhinterziehung. Die Fahnder schlugen vor zwei Monaten zu: Der 67-Jährige wurde verhaftet. Gestern kam es zu einem überraschend schnellen Prozess. Der Ex-Chef des „Bel Ami“ hoffte auf Haftverschonung, um Weihnachten mit seinen drei Töchtern verbringen zu können. Auch wenn er eine deutliche Gefängnisstrafe kassierte, ging sein Wunsch am Ende in Erfüllung.

Für drei Jahre und neun Monate soll U. ins Gefängnis. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. U. hatte zuvor 86 Fälle der Steuerhinterziehung zwischen 2002 und September 2009 über seinen Anwalt eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft schätzt den Schaden auf rund vier Millionen Euro. Für Detlef U. ist es die dritte Verurteilung wegen Steuerdelikten. Zudem hat er nicht die finanziellen Mittel, um seine Schuld gegenüber dem Fiskus zu begleichen. Eine Bewährungsstrafe war somit aussichtslos.

Seit 1979 betrieb Detlef U. den Nachtclub, der sich europaweit einen Namen gemacht hatte. „Wo ist das viele Geld geblieben?“, fragte nun der Vorsitzende Richter. Der Ex-Chef des Edelbordells atmete tief durch. „Wir haben viel investiert“, sagte er. Ein gewisser Standard sei in seiner Position von der Kundschaft erwartet worden. „Da muss man schon ein teures Auto fahren.“

Detlef U., ein gelernter Binnenschiffer, hatte in diesem Jahr 30. Jubiläum. Inzwischen sei er sein Etablissement los und müsse sich als Rentner mit rund 850 Euro im Monat durchs Leben schlagen. Mit dem Urteil wurde Detlef U. bis zur Ladung zum Haftantritt in die Freiheit entlassen. K.G.

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