Störsignale : Handy-Blocker in Berliner Jugendstrafanstalt

In der Berliner Jugendstrafanstalt wird ein Verfahren getestet, mit dem Telefonate von illegal eingeschleusten Handys unterbunden werden sollen. Noch gibt es bundesweit keine funktionierenden Störsender. Das Hauptproblem: Die Störsignale müssen an den Mauern des Gefängnisses enden.

BerlinIn der Berliner Jugendstrafanstalt sollen im nächsten Jahr Handy-Blocker getestet werden. Es solle unterbunden werde, dass Gefangene mit illegal eingeschleusten Mobiltelefonen Kontakte nach draußen herstellten, sagte Justizsprecher Daniel Abbou am Montag auf Anfrage. Es habe bereits erste Probemessungen gegeben. In den anderen Berliner Gefängnissen seien zunächst keine Blocker geplant.

Für Brandenburg kündigte Justizministerin Beate Blechinger (CDU) am Montag einen Gesetzentwurf zum Einsatz von Störsendern gegen Handys an. Auch in Baden-Württemberg sind Störsender gegen Handy-Telefonate aus Gefängnissen geplant.

"Je kleiner die Handys, desto größer die Probleme", sagte der Berliner Sprecher. Mobiltelefone seien inzwischen vollwertige Taschencomputer, mit denen auch Internetverbindungen hergestellt werden könnten. Das Anliegen sei, mögliche Betrügereien von Inhaftierten oder Absprachen mit Bandenmitgliedern außerhalb des Gefängnisses zu verhindern.

Nächtliche Würfe aus der Laubenkolonie

Immer wieder kämen Handys in das Gefängnis in Plötzensee, oft auch bei Besuchen von Familienmitgliedern. Auch scharfe Kontrollen könnten daran nichts ändern, hieß es. Jedoch würden fast keine Telefone mehr über die Gefängnismauer geworfen. Nächtliche Würfe aus einer benachbarten Laubenkolonie hatten vor einem Jahr für Aufregung gesorgt.

Es gebe deutschlandweit noch keine funktionierenden Mobilfunk-Blocker, sagte Abbou. Er sprach von einem technisch komplexen Vorhaben, das mit der Bundesnetzagentur abgesprochen werden müsse. Hauptproblem sei, dass der Störbereich exakt an der Gefängnismauer enden muss. Umliegende Häuser und Wohnungen dürften nicht betroffen sein. "Die besondere Trennschärfe muss eingehalten werden." (ah/dpa)

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