Streit um Smartphone in Berlin-Gropiusstadt : Vater und Sohn bedrohen Brüderpaar mit Waffen

Weil er ihrer Schwester das Telefon geklaut haben soll, suchten zwei Brüder einen 15-Jährigen an der elterlichen Wohnung auf. Dort wurden sie vom Jugendlichen und dessen Vater empfangen – und diese zückten eine Schusswaffe und ein Messer.

Timo Kather

Die Männer im Alter von 22 und 24 Jahren waren in der Nacht zu Donnerstag gegen 22.50 Uhr zu einem Wohnhaus in die Walter-Franck-Zeile gegangen. Dort wollten sie einen 15-Jährigen zur Rede stellen. Die Brüder verdächtigten den Jugendlichen, ihrer Schwester am vergangenen Samstag das Smartphone geklaut zu haben. Nach Polizeiangaben sind der 15-Jährige und die Schwester miteinander bekannt; ihre Brüder wollten die Situation nun „klären“.

Nachdem sie geklingelt hatten, kam der 15-Jährige in Begleitung seines 45-jährigen Vaters heraus. Nach einem kurzen Disput begann ein Streit, worauf der Vater des Jugendlichen ein Messer zückte und in Richtung des 22-Jährigen stach. Der Vater traf allerdings nicht: ob er seinen Kontrahenten nur erschrecken wollte oder nur aus Zufall nicht traf, ist nach Polizeiangaben noch unklar – die Aussagen der Beteiligten seien widersprüchlich.

Nach Polizeiangaben verpasste der Vater dem 22-Jährigen im Anschluss eine Ohrfeige. Nun zog der 15-Jährige eine Schusswaffe. Anwohner berichteten nach Angaben der Polizei, dass mehrere Schüsse fielen.

Der 22- und der 24-Jährige ergriffen daraufhin die Flucht. Vater und Sohn setzten erst zur Verfolgung an, überlegten es sich dann aber anders und gingen zurück zu ihrem Haus. 

Wenig später war die Polizei vor Ort, auch das Spezialeinsatzkommando rückte an. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Tatverdächtigen fanden sie eine Schreckschusspistole. Ob es sich dabei um die Waffe handelt, mit der der 15-Jährige geschossen haben soll, wird derzeit von der Polizei ermittelt. Weder das geklaute Smartphone noch das Messer, mit dem der Vater gedroht haben soll, wurden in der Wohnung gefunden. Der 15-Jährige und sein Vater wurden vorübergehend festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Raubkommissariat ermittelt.

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