Tat gefilmt : Fan des 1. FC Union verprügelte Polizisten

Ihr Verein hatte das Drittliga-Spiel gewonnen und die Tabellenspitze verteidigt – doch auf der Heimfahrt attackierten zwei betrunkene Union-Fans am Sonntagabend einen Polizisten mit äußerster Brutalität.

Jörn Hasselmann

Es geschah im Regionalexpress nach Cottbus: Fahrgäste baten einen uniformierten Bundespolizisten, sechs grölende und pöbelnde Fußballfans zur Ruhe zu bringen. Als der 48-Jährige, der nach dem Dienst auf dem Weg nach Hause war, in das obere Deck des Doppelstockwaggons stieg, wurde er von einem 20-Jährigen sofort mit Faustschlägen traktiert. Der Beamte stürzte rückwärts die Treppe des Waggons hinab. Der 20-Jährige sprang hinterher und nahm den am Boden liegenden Beamten in den Würgegriff – während sein gleichaltriger Begleiter die Szene mit der Handykamera festhielt.  Durch dieses bei Gewalttätern immer beliebter werdende Filmen der Tat („Happy Slapping“) sei der eigentliche Täter erst aufgestachelt worden, sagte ein Beamter.

Die beiden Täter sind jetzt bei der Polizei aktenkundig

Da Mitreisende sofort den Notruf gewählt hatten, konnte der Zug am Bahnhof Karlshorst außerplanmäßig gestoppt werden. Die aus Wildau und Schulzendorf (Landkreis Dahme-Spree) stammenden Täter wurden zur Feststellung ihrer Personalien vorübergehend festgenommen. Der 48-jährige Polizist erlitt Prellungen im Gesicht und am Körper.

Beim Spiel gegen Offenbach war es "völlig friedlich" geblieben

Fabian S. und Lukas M. haben sich mit dieser Tat in die bundesweite Kartei „Gewalttäter Sport“ geprügelt, in der knapp 10 000 Randalierer erfasst sind. Beim eigentlichen Fußballspiel 1. FC Union gegen Kickers Offenbach im Jahn-Stadion, das die Berliner mit 1:0 gewannen, war es nach Angaben der Berliner Polizei völlig friedlich. Doch im Zug hatten die sechs Union-Fans sofort begonnen, durch Pöbeleien Streit zu suchen.

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