Teltow in Brandenburg : Mann liegt tot in Supermarkt – und der Verkauf geht weiter

Ein 66-jähriger Mann bricht beim Einkaufen in einem Discounter tot zusammen und bleibt mehrere Stunden liegen, während der Verkauf weitergeht. Die Staatsanwaltschaft schließt inzwischen Fremdverschulden aus.

Enrico Bellin
Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)
Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)Foto: dpa

Ein Mann bricht beim Einkaufen im Discounter zusammen, Helfer kämpfen um sein Leben. Währenddessen geht der Verkauf weiter. Auch als der 66-Jährige stirbt und seine Leiche – durch Getränkepaletten vor Blicken verborgen – mehrere Stunden zwischen den Regalen im Laden liegt, wird der Supermarkt nicht geschlossen. Der Vorfall, der sich in der vorigen Woche ereignete, hat in Teltow Entsetzen und Bestürzung ausgelöst.

Die Leitung der Discounter-Kette NP weist Kritik an dem Verhalten ihrer Mitarbeiter aber zurück. „Sie haben über mehrere Stunden alles gemacht, um dem Menschen zu helfen“, sagte Bezirksleiter Ralf Ulrich am Montag. Zur Frage, warum der Laden nicht geschlossen wurde, wollte er nichts sagen, da noch Ermittlungen liefen.

Laut Alexandra Antonatus, Pressesprecherin des NP-Mutterkonzerns Edeka, haben die Mitarbeiter sofort den Gang, in dem der Mann zusammengebrochen war, mit Decken verhängt. Ausgebildete Ersthelfer des Personals hätten sich zudem gemeinsam mit einer Kundin um den Mann gekümmert, bis der Notarzt eingetroffen war. Da ein Todesfall im Supermarkt sehr außergewöhnlich sei, habe Edeka keine allgemeine Regelung für das Verhalten der Mitarbeiter im Markt erlassen. Aufgrund des Vorfalls werde man nun aber entsprechende Handlungsanweisungen für die Zukunft erstellen. Den Teltower Mitarbeitern habe man psychologische Betreuung angeboten.

Laut Christoph Lange, Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, sei ein Fremdverschulden am Tod des 66-jährigen Berliners inzwischen ausgeschlossen. Eine Obduktion werde es folglich nicht geben, da man die Angehörigen nicht weiter belasten möchte. Der Leichnam sei inzwischen von der Staatsanwaltschaft freigegeben.


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