Tierattacke : Kleinkind von Hund ins Gesicht gebissen

Ein herrenloser Hund hat am Flughafensee in Reinickendorf einem zweijährigen Jungen ins Gesicht gebissen. Das Kind kam auf die Intensivstation. Vom Hund fehlt jede Spur.

Tanja Buntrock

BerlinEin knapp zweijähriger Junge ist am Freitag in Reinickendorf von einem Hund angegriffen und ins Gesicht gebissen worden. Das Kind wurde per Rettungswagen der Feuerwehr auf die Intensivstation des Virchow-Klinikums in Wedding gebracht. Über den Zustand des Jungen gab es zunächst keine Auskunft.

Gefährliche Hunde
In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im Mittelfeld. Der Boxer steht in Berlin nicht auf der Liste der gefährlichen Hunde. Weitaus am häufigsten attackieren Mischlinge in Berlin Menschen. 263 Fälle wurden in einem Jahr insgesamt aktenkundig. In dieser Bildergalerie zeigen wir eine Auswertung der Vorfälle nach Hunderassen anhand der zuletzt verfügbaren Statistik aus dem Jahr 2010.Alle Bilder anzeigen
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28.02.2012 08:19In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im...


Nach ersten Erkenntnissen war der Junge mit einer Freundin seiner Mutter von der Seidelstraße auf dem Weg zum Flughafensee, als plötzlich ein herrenloser Hund aufgetaucht sei, das Kind ansprang und ihm ins Gesicht biss. Der Junge erlitt neben erheblichen Verletzungen im Gesicht auch Kopfverletzungen. Die 37-jährige Begleiterin rief die Polizei. Das Tier war da aber bereits weggelaufen. Die Beamten hätten keine Hinweise am See auf den Hund und seinen Besitzer gefunden, hieß es bei der Polizei. Nach Zeugenangaben soll es sich bei dem Hund möglicherweise um einen Schäferhund-Mischling gehandelt haben. Auch die Suche in der Umgebung blieb erfolglos.

Wie kürzlich berichtet, belegt die aktuelle "Hundebeißstatistik“ des Senats, dass die Zahl der Hundeattacken gesunken ist. Insgesamt 716 Menschen wurden im vorigen Jahr von Hunden gebissen, im Vorjahr waren es 859. Insbesondere Schäferhunde stehen mit 106 Fällen (2007: 148) ganz oben auf der Beiß-Liste. Nach Angaben der Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling liegt dies nicht zuletzt daran, dass Schäferhunde zu den in Berlin beliebtesten Rassen zählen. Sie bemängelt, dass im Hundegesetz zu stark auf die Rassen geachtet wird und zu wenig auf die Hundehalter. Deshalb plädiert die Tierschützerin für einen verpflichtenden "Hundeführerschein“ für die Halter von Exemplaren ab 17 Kilogramm Gewicht oder mindestens 40 Zentimeter Schulterhöhe. Hier gebe es viele schwere Vorfälle. 

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