Todesschüsse : Schönfließ: Tatort erneut untersucht

Das brandenburgische Landeskriminalamt hat die Todesschüsse von Schönfließ erneut rekonstruieren lassen - mit 3D-Technik. Unterdessen fordern Berliner Politiker von Polizeipräsident Glietsch eine rückhaltlose Aufklärung des Falls.

Sabine Beikler

Zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen auf Dennis J. im brandenburgischen Schönfließ hat das Landeskriminalamt den Tatort erneut untersucht. Laut Augenzeugen wurde das Geschehen vom Silvesterabend mit dem Original-Polizeiauto und einem weiteren beschädigten Fahrzeug am Mittwoch rekonstruiert. Dabei kam eine Spezialkamera zum Einsatz, mit der ein sogenanntes dreidimensionales Screening erstellt wurde. Anhand dieses Modells lassen sich die Fundorte einzelner Beweisstücke besser räumlich einander zuordnen. Bereits vor einer Woche hatte die Polizei die Vorgänge nachgestellt. Die zuständige Neuruppiner Staatsanwaltschaft machte am Mittwoch allerdings keine Angaben zu der neuerlichen Rekonstruktion der Geschehnisse.

Unterdessen fordern Berlins Politiker eine rückhaltlose Aufklärung im Fall Schönfließ. CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Henkel sagte, es gehe hier nicht um Vorverurteilungen einzelner Beamter, sondern darum, "einige Ungereimtheiten" aus dem Weg zu räumen.

Grünen-Fraktionschef und Rechtspolitiker Volker Ratzmann erwartet vom Polizeipräsident Dieter Glietsch "Rede und Antwort" im nächsten Innenausschuss. "Mit Nachdruck" müsse nun ermittelt werden, um eine Rufschädigung der Polizei abzuwenden. Auch FDP-Innenpolitiker Björn Jotzo will "detaillierte Erklärungen" von Glietsch und eine "rückhaltlose Aufklärung" in einem Fall, bei dem es um die Ausübung "exzessiver Polizeigewalt" gehe. Mit "voller Energie" müsse der Tathergang jetzt ermittelt werden, sagte Marion Seelig, Innenpolitikerin der Linkspartei. Wie die Innenpolitiker der anderen Fraktionen möchte auch sie darüber in der nächsten Sitzung des Innenausschusses darüber sprechen. (mit ddp)

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