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Tödliche Attacke in der Donaustraße : Neuköllner Messerstecher legt Geständnis ab

Ein 24-jähriger Mann wurde in der Donaustraße in Berlin-Neukölln durch Stiche getötet. Der gleichaltrige mutmaßliche Täter wurde kurz darauf festgenommen - jetzt hat er ein umfangreiches Geständnis abgelegt.

Clara Billen
Überreste von Verbandmaterial liegen in der Donaustraße noch auf dem Bürgersteig.
Überreste von Verbandmaterial liegen in der Donaustraße noch auf dem Bürgersteig.Foto: Clara Billen

Der 24-Jährige, den die Polizei nach der tödlichen Messerstecherei in Berlin-Neukölln festgenommen hat, hat ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Das sagte ein Polizeisprecher. Details sind derzeit noch nicht bekannt.

In der Nacht zu Mittwoch war in der Donaustraße ein 24-jähriger Mann nach einem Messerangriff gestorben. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei war das Opfer mit zwei Begleitern gegen 3.15 Uhr in der Straße unterwegs. Zuvor sollen die drei mit dem ebenfalls 24-jährigen mutmaßlichen Täter auf einer Party in der Nähe gewesen sein, wo es zum Streit kam, berichtet ein Ermittler. Der Streit verlagerte sich auf die Straße. Vor dem Haus in der Donaustraße zückte der mutmaßliche Täter ein Messer und stach auf sein Opfer ein.

Das am Tatort eingetroffene Rettungsteam konnte den Mann nicht wiederbeleben, er erlag seinen schweren Verletzungen. "In der Nacht bin ich von Schreien wach geworden. Es hörte sich an wie ein heftiger Streit. Aus meinem Fenster sah ich dann einen jungen Mann blutend am Boden liegen", erzählt ein Anwohner und Zeuge. Er und andere Bewohner verständigten sofort die Polizei.

Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter kurze Zeit später in der Donaustraße festnehmen. Laut Mietern vor Ort wohnt der mutmaßliche Täter mit seiner Familie in dem Haus, wo sich die Tat ereignete. "Ich kenne den Jungen, er war eigentlich ein ganz Lieber. Dass er zu einer solchen Tat im Stande, war kann ich nicht begreifen", so ein Nachbar.

Bewohner sind beunruhigt und schockiert über die Tat

Anwohner berichten, dass am Vormittag nach der Tat zwei junge Männer in das Haus eindrangen. Sie schlugen wutentbrannt gegen die Wohnungstür der Familie des mutmaßlichen Täters. Bewohner alarmierten die Polizei, die allerdings erst eintraf, nachdem die beiden Männern wieder verschwunden waren. "Das hier war immer ein friedliches Haus. Damit ist es nun vorbei", meint ein weiterer Bewohner, der schon seit neun Jahren in dem Haus lebt. Dass die Polizei im Laufe des Tages den Tatort verließ, kann er nicht verstehen: "Die Familie des mutmaßlichen Täters wird bedroht, wahrscheinlich bleibt es nicht bei einem Übergriff. Warum bekommen wir keinen Schutz?", fragt er. Auch andere Bewohner sind beunruhigt und schockiert über die Tat, erklären sie.

Eine Bäckereiverkäuferin in der Nähe des Tatortes zeigte sich betroffen: "In was für einem Bezirk leben wir denn, dass so etwas passiert." Als sie morgens um 4 Uhr zu ihrem Arbeitsplatz kam, war bereits die Polizei vor Ort und sicherte die Spuren. Angst habe sie zwar keine, ein mulmiges Gefühl bleibe aber. Ähnlich geht es einer Studentin, die ein paar Häuser weiter wohnt. "Ich habe zwar keine Angst, dass mir hier so etwas passiert, aber die Straße fühlt sich nachts bestimmt nicht mehr so sicher an", sagt sie.

Ein zweiter Angriff in der Donaustraße ereignete sich dann schon am nächsten Vormittag gegen 11.45 Uhr. Laut Polizei waren zwei Verwandte auf dem Bürgersteig in Streit geraten. Plötzlich zog einer der beiden Männer ein Messer und stach auf seinen 23-jährigen Kontrahenten ein. Der mutmaßliche Täter wurde wenig später festgenommen.. Im Januar war ein Mann in Neukölln an der Hasenheide bei einem Messerangriff nach einem Eifersuchtsdrama lebensgefährlich verletzt worden. Auf einem Parkplatz wurde ein Mann Ende Februar in der Braunschweiger Straße in Neukölln mit Schüssen ermordet.

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