Tödliche Schüsse : Mord in Marienfelde: Täter stellte sich

Mustafa T. soll am Pfingstmontag aus Eifersucht den neuen Mann seiner Ex-Frau erschossen haben. Er hatte seinen Opfern offenbar aufgelauert und den 50-jährigen Frank H. mit mehreren Schüssen getötet. Nicole H. kam ohne lebensbedrohliche Verletzungen davon.

Tanja Buntrock

Nach der tödlichen Schießerei auf ein Ehepaar am Pfingstmontag in Marienfelde hat sich der mutmaßliche Täter in der Nacht zu Dienstag auf der Neuköllner Polizeiwache im Rollbergviertel gestellt. Mustafa T. (40) soll – wie berichtet – vor einem Wohnhaus am Richard-Tauber-Damm aus Eifersucht den neuen Ehemann seiner Ex-Frau durch mehrere Schüsse getötet und seine ehemalige Frau durch eine Kugel am Bein schwer verletzt haben. Frank H., 50 Jahre, erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Die 35-jährige Nicole H. wurde ins Benjamin-Franklin-Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist nicht lebensbedrohlich. Gegen Mustafa T. wurde gestern ein Haftbefehl wegen Mordes und Mordversuchs erlassen.

Es war gegen 16.15 Uhr, als mehrere Bewohner, die auf ihren Balkonen in der ruhigen Wohnsiedlung am Richard-Tauber-Damm saßen, hochschreckten. Acht Schüsse knallten. Mustafa T. hatte Frank und Nicole H. offenbar vorm Hauseingang Nummer 29 aufgelauert. Das Ehepaar wollte gerade Nicole H.s Adoptiveltern besuchen, die in dem Siebengeschosser leben. Mustafa T. feuerte sofort los und schoss offenbar das ganze Magazin seiner Pistole leer. Anschließend flüchtete der Türke mit seinem Honda Civic. Er wurde sofort zur Fahndung ausgeschrieben.

Derweil eilte ein Spezialeinsatzkommando zu T.s Wohnung in der Neuköllner Gropiusstadt. Die Beamten holten die drei Kinder (13, 11 und 10) aus der Wohnung, um sie in Sicherheit zu bringen. Zu groß sei die Gefahr gewesen, dass er auch ihnen noch etwas antut. Die beiden Jungen und das Mädchen stammen aus der Ehe von Mustafa T. mit Nicole H. Die Kinder befinden sich nun beim Kindernotdienst.

„Es ist unfassbar. Nur weil er sich in seiner Ehre gekränkt gefühlt hat, musste so etwas Schreckliches passieren“, sagte Waltraud W. gestern dem Tagesspiegel. Die 74-Jährige ist die Adoptivmutter von Nicole H. „Frank und meine Tochter sind ganz frisch verheiratet. Am 7. Mai war die Trauung. Sie wollten zum Kaffeebesuch zu uns kommen“, erzählt die Rentnerin.

Ihre Tochter Nicole und Mustafa T. hätten sich vor etwa fünf Jahren getrennt. Er habe dann die Scheidung eingereicht und auch das alleinige Sorgerecht für die drei Kinder zugesprochen bekommen. „Meine Tochter konnte sich nicht um die Kinder kümmern, sie ist psychisch krank“, sagt die Adoptivmutter. Nicole H. habe wegen ihrer Borderline-Erkrankung – eine Persönlichkeitsstörung – auch nicht mehr in ihrem gelernten Beruf als Arzthelferin arbeiten können. Auch zu ihren Kindern habe Nicole H. lediglich telefonischen Kontakt gehabt. „Aber mein Mann und ich haben unsere Enkelkinder ab und zu gesehen.“ Nach all dem Trennungsschmerz und tiefster Depressionen habe ihre Tochter endlich wieder Glück gehabt im Leben: Über ihre leibliche Schwester lernte sie vor drei Jahren Frank H. kennen. Die beiden verliebten sich. „Sie konnte so glücklich sein, trotz ihrer Krankheit wieder einen lieben Mann gefunden zu haben“, sagt die Rentnerin.

Doch als Mustafa T. davon erfuhr, sei er rasend eifersüchtig geworden. Einmal soll er Frank H. bereits bedroht haben. „Auch uns hat er angerufen und beschimpft und bedroht“, sagt die Rentnerin. Doch niemand habe damit gerechnet, dass er seine Drohungen wahrmachen würde.

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